Mit der sogenannten "Schmutzmasche" haben Betrüger in Mittelfranken versucht, ihren Opfern Geld zu stehlen. Bei der neuen Art des Trickbetrugs täuschen die Täter zunächst Hilfsbereitschaft vor, bevor sie zugreifen.

Das Polizeipräsidium Mittelfranken erklärt, was es mit der Masche auf sich hat: Dabei beschmutzen die Täter nämlich die Bekleidung ihrer Opfer, um so anschließend Kontakt aufzunehmen. In zwei Fällen aus Nürnberg flog der Schwindel aber schnell auf.

Betrüger nutzen "Schmutzmasche" in Nürnberg und wollen Geld klauen

Am Montag (10. Oktober 2022) gegen 12 Uhr sprachen vier Unbekannte, darunter eine Frau, einen Mann in einem Parkhaus in der Katharinengasse an und machten ihn auf einen Fleck auf seinem Jackett aufmerksam. Der Angesprochene ignorierte den Hinweis zuerst, woraufhin die Täter Bargeld auf dem Boden platzierten, um so noch einmal einen Grund zu haben, den Mann anzusprechen und abzulenken.

Während einer der Unbekannten mit dem Mann sprach, versuchte ein weiterer Täter, in den Innenraum des geparkten Fahrzeugs zu gelangen, um dort Bargeld zu stehlen. Dies gelang ihm jedoch nicht: Der Autofahrer gab der Polizei gegenüber an, dass ihm kein Geld fehlte.

In einem zweiten Fall hob eine Frau am Dienstag (11. Oktober 2022) bei einer Nürnberger Bank einen höheren Geldbetrag ab und ging anschließend zu einem Drogeriemarkt in der Königstraße. Das Geld hatte sie in einem Kuvert in ihrer Handtasche verstaut.

Geld aus Handtasche gestohlen: Frau ruft nach Polizei

Gegen 11.40 Uhr wurde sie im Geschäft auf Schmutz an ihrer Hose und Jacke angesprochen und dadurch abgelenkt. Die Täter gaben ihr zudem Taschentücher, um den Fleck beseitigen zu können. Währenddessen entnahm eine weibliche Unbekannte den Umschlag aus der Handtasche der Frau, was diese jedoch sofort bemerkte. Als die Geschädigte laut nach der Polizei rief, ergriffen die Täter die Flucht. Das Kuvert ließen sie zurück.

Opfer ausgespäht und verfolgt: So funktioniert der "Schmutztrick"

Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass die späteren Opfer bereits beim Abheben größerer Mengen Bargeld ausgespäht und verfolgt werden. Die Täter beschmutzen zu einem späteren Zeitpunkt unbemerkt die Kleidung und nehmen dies zum Anlass, ihre Opfer anzusprechen.

Die Beamten haben in beiden Fällen die Ermittlungen aufgenommen und warnen vor dieser Betrugsmasche. Zudem werden Zeugen gesucht, die zu den genannten Fälle etwas Auffälliges beobachtet haben. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 beim Kriminaldauerdienst zu melden.

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