Stilles Örtchen mit Werbeplakaten und Notruf-Telefon: In Nürnberg sollen mehrere historische Litfaßsäulen in der Innenstadt durch moderne Litfaßsäulen mit integrierter Toilette ersetzt werden. Äußerlich unterscheiden sich die runden Werbeträger von den bisherigen vor allem durch die sich selbst öffnende Eingangstür. Im Inneren befindet sich eine komplette WC-Anlage.

Vor allem Touristen hätten sich in der Vergangenheit immer wieder über zu wenige öffentliche Toiletten in der Frankenmetropole beklagt, sagte Bürgermeister Christian Vogel (SPD) am Freitag bei einer Sitzung des Werkausschusses. Drei alte Litfaßsäulen sollen noch in diesem Jahr den modernen Nachfolgern weichen, drei weitere dann 2016.

Auf diese Weise werde kein zusätzlicher Platz für die Anlagen benötigt - und die Stadtreklame könne weiterhin die Werbeplätze vermieten.
Allerdings muss die Stadt an die jeweiligen Aufstellorte zunächst Kanalrohre, Stromleitungen und sogar Telefonkabel verlegen. "Die Litfaßsäulen werden 24 Stunden und damit auch nachts geöffnet haben, deshalb sind sie mit einem Notfall-Telefon ausgestattet", erläuterte Vogel.

Ein Teil der Kosten soll durch die Werbeeinnahmen und der Gebühr von 50 Cent pro Toilettengang refinanziert werden. "Ein kostendeckender Betrieb ist dennoch nicht möglich", sagte Vogel. Die Stadt werde voraussichtlich 50 000 Euro jährlich dazu zahlen müssen.