"Man muss nun zusammen mit den Kollegen in Nürnberg schauen, ob das in der Vergangenheit auch gut funktioniert hat", sagte er. Möglicherweise müssten die internen Abläufe anders organisiert werden, sagte Hupe.
Auf jeden Fall müsse nach dem Teilrückzug von Air Berlin aus Nürnberg die Anwerbung neuer Fluggesellschaften im Vordergrund stehen, betonte der promovierte Wirtschaftsingenieur. Zugleich betonte Hupe aber: "Wir brauchen "werthaltiges Wachstum"; ihm gehe es nicht vorrangig um die Anwerbung von Billig-Fluggesellschaften zu Dumpingpreisen bei den Flughafen- und Abfertigungsgebühren. Erst seit Kurzem nutzt die Billig-Fluggesellschaft Ryan Air den fränkischen Flughafen.

Kontakte nach Russland
Bei der Erhöhung des Passagieraufkommens in Nürnberg setze er etwa auf Russland, sagte Hupe.
Hier wolle er seine Kontakte nutzen, die er als Chef des Dresdner Flughafens gesammelt habe, kündigte er an. Auch wolle er - ähnlich wie das bereits in Dresden geschehen sei - stärker das Nachfrageverhalten potenzieller Fluggäste in der Region analysieren. Er sehe allerdings Nürnberg nicht nur als Sprungbrett für Geschäftsleute und Urlauber in Nordbayern, sondern auch als attraktives Flugziel für Passagiere aus dem Ausland.


Als Problem sieht auch Hupe die schwierige Lage des Nürnberger Flughafens zwischen den beiden deutschen Großflughäfen München und Frankfurt. "Das wird sicher ein Problem bleiben. Es gibt aber auch Chancen", unterstrich Hupe. Wenn man dafür sorge, dass ein kleiner, übersichtlicher Flughafen wie Nürnberg attraktive Flugverbindungen anbiete, dann würden Passagiere einen solchen Flughafen auch gerne nutzen.

Rote Zahlen und Umsatzminus
Der zwischen den großen Konkurrenten Frankfurt und München eingeklemmte Flughafen leidet schon länger unter dem Strukturwandel in der Branche und schreibt seit Jahren rote Zahlen. Im Jahr 2012 stand ein Verlust von 2,5 Millionen Euro bei einem Umsatzrückgang um vier Prozent in den Büchern. Nach dem Teilrückzug der Fluggesellschaft Air Berlin nutzten im vergangenen Jahr nur noch 3,6 Millionen Passagiere den zweitgrößten bayerischen Airport.

Die bisherigen Geschäftsführer Karl-Heinz-Krüger und Harry Marx, die sich auf Druck des Aufsichtsrats bereit fanden, ihr Amt zugunsten von Hupe vorzeitig aufzugeben, erhielten noch bis zum Auslaufen ihrer Verträge im Oktober 2015 ihre vollen Bezüge. Abfindungen seien für das bisherige Führungsduo aber nicht vorgesehen. dpa