Ein 42 Jahre alter Mann aus Schwabach bei Nürnberg muss nach einem volksverhetzenden Kommentar im Internet für sechs Monate ins Gefängnis. Die 14. Strafkammer am Landgericht Nürnberg-Fürth bestätigte in zweiter Instanz ein Urteil des Amtsgerichtes Schwabach.

Ein Justizsprecher bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht. Der Familienvater hatte im Netz einen Artikel der Zeitung "Ruhr-Nachrichten" kommentiert, in dem es um einen Aufruf zur Hilfe bei der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft ging:

"Also wenn die noch nicht fertig sind, würd ich mich zur Verfügung stellen die Heizung zu installieren! Ups da hab ich doch glatt aus versehen n paar Löcher in die gasleitungen gemacht. Sorry..:-)", schrieb der Mann damals.

Stark alkoholisiert - aber kein Rassist?

Der Mann beteuerte vor Gericht, er habe seinen Kommentar witzig gefunden und ihn im stark alkoholisierten Zustand geschrieben. Er habe persönlich nichts gegen Flüchtlinge. Das Gericht bestätigte jedoch das Urteil das Amtsgerichts Schwabach.

Belastend kam für den Angeklagten hinzu, dass er bereits Vorstrafen hatte. Vor rund zwei Jahrzehnten war er erwischt worden, als er Visitenkarten mit Hakenkreuzen darauf verteilte.

Fälle wie dieser sind selten - aber nicht einzigartig: In Unterfranken musste ein damals 31-Jähriger im Jahr 2015 sogar für über zwei Jahre ins Gefängnis, weil er über Monate hinweg nationalsozialistische Hetze im Internet verbreitet hatte und zu Mord an Politikern und Ausländern aufgerufen hatte.