Mehrere Gräber sind auf den Friedhöfen St. Johannis und St. Rochus in Nürnberg einsturzgefährdet. Das geht aus einem Bericht des Ältestenrates und des Finanzausschusses der Stadt Nürnberg hervor.

Eine Gruft bereits eingestürzt: Stadt ließ Gräber überprüfen

2018 stürzte bereits eine Gruft auf St. Johannis ein. Ursache war damals starker Regen, zu Schaden kam niemand. Das Gebiet wurde anschließend abgesperrt. Daraufhin ließ die Stadt Nürnberg alle 440 Grüfte auf St. Johannis und 53 Grüfte auf St. Rochus überprüfen. Auf dem Friedhofskulturkongress in Nürnberg 2018 wurde über Friedhof und Digitalisierung gesprochen.

Mindestens 118 Grüfte einsturzgefährdet - mehr könnten folgen

Das Ergebnis der Überprüfung: Mindestens 118 Grüfte sind einsturzgefährdet. Das geht aus einer oberirdischen Sichtprüfung eines Ingenieurbüros hervor. Aber auch für die anderen Grüfte kann es keine Entwarnung geben. Selbst, wenn äußerlich keine Anzeichen auf Sanierungsbedürftigkeit bestehen, können die Grüfte nicht als unbedenklich gelten. Ein verlässliches Ergebnis gibt es nur durch eine teure und aufwendige Öffnung der Grüfte. Am 24. Juli wird der Stadtrat darüber informiert.

Teilweise Grüfte aus dem 18. Jahrhundert: Größe und Alter machen den Gräbern zu schaffen

Vor allem durch Alter und Größe sind die Grüfte beeinträchtigt. Bei Grüften handelt es sich um spezielle Gräber, die bis zu acht Meter tief sind. Oft stammen sie aus dem 18. Jahrhundert.

Nur Zusammenarbeit von Kirche, Stadt und Staat kann Erhalt der Gräber garantieren

Der Erhalt der Gräber kann nur garantiert werden, wenn Kirche, Stadt und staatliche Denkmalpflege zusammenarbeiten. Als Nächstes muss geklärt werden, wie mit dem Sanierungsbedarf der Grüfte umgegangen wird. Ein Lösungsansatz wäre zum Beispiel ein Gutachten eines auf Friedhofsentwicklungsplanung spezialisierten Ingenieurbüros.