Lauf an der Pegnitz
Hilfsbereitschaft

Polizisten erleiden Gewalt bei Corona-Demo - und spenden Geld

Bei einer Corona-Demo in Lauf wurden Ende Januar mehrere Polizisten verletzt. Die Anteilnahme für die Beamten war außerordentlich groß. Nun übergab die Polizei eine Spende.
 
Verletzte Polizisten bei Corona-Demo in Lauf
Bei einer Corona-Demo in Lauf wurden drei Polizisten verletzt. Danach war die Anteilnahme groß. Symbolfoto: NEWS5/Bauernfeind
  • Polizei überreicht Spende nach Corona-Demo in Lauf an der Pegnitz
  • Bei Kundgebung Ende Januar erlitten mehrere Beamte Verletzungen
  • Anonymer Spender übergab Polizei Dankschreiben mit 100 Euro

"Viele Solidaritätsbekundungen" für Polizei in Lauf: Drei Beamte wurde bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen verletzt, einer von ihnen musste danach sogar von einem Arzt behandelt werden.

Update vom 17.03.2021: Polizei Lauf spendet nach Corona-Demo an Caritas

Ende Januar gab es auf dem Laufer Marktplatz eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Dabei kam es zu "gewalttätigen Handlungen" gegen die Kollegen, berichtet die Polizei Mittelfranken. Was dann folgte, überraschte die Beamten.

Es gab "ungewöhnlich viele Solidaritätsbekundungen" für die Polizei. "In einem Umfang, wie noch nie zuvor, zeigten sich viele Menschen aus der Region dankbar für den Einsatz, das Engagement und die menschliche Art der örtlichen Polizei", berichtet die Polizei Mittelfranken.

In einem anonymen Dankschreiben erhielt die Polizei sogar 100 Euro in bar. Diese Spende brachte den Stein ins Rollen: Die Laufer Polizisten wollten ihrer Stadt etwas zurückgeben und durch private Spenden aus dem Kollegenkreis wurde der Betrag um ein Vielfaches erhöht. 

Zwei Kollegen der Polizeiinspektion Lauf übergaben der Caritas Nürnberger Land nun insgesamt 555 Euro. Das Geld soll für ein aktuelles Projekt der Quartiersarbeit einsetzt werden: Menschen, die aufgrund sprachlicher oder bildungsmäßiger Barrieren den Zugang zum Internet nicht finden, werden von der Caritas geschult und dazu mit (gebrauchten) Endgeräten ausgestattet. So soll Einwandererfamilien und Menschen in vorgerücktem Alter in der Corona-Pandemie geholfen werden, Anschluss an die digitale Kommunikation zu bekommen. "Wir wollen etwas zurückgeben", erklärt die Polizei Mittelfranken.

Hier den Corona-Selbsttest bei Aponeo anschauen

Erstmeldung vom 23.01.2021: Corona-Maßnahmen-Gegner bedrängen Polizei

Verletzte Polizisten bei Versammlung gegen Corona-Maßnahmen: Am Freitagabend (22. Januar 2021) haben drei Beamte der Polizeiinspektion Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) während ihres Einsatzes bei einer Versammlung von Gegnern der Corona-Maßnahmen Verletzungen erlitten. Das berichtet das Polizeipräsidium Mittelfranken. Die Polizisten waren demnach von einem Teilnehmer der Versammlung angegriffen worden, nachdem sie das Attest einer Frau kontrollieren wollten, die keinen Mund-Nasen-Schutz getragen hatte.

Laut Polizei hatten sich in der Zeit zwischen 17 und 18 Uhr in der Spitze bis zu 40 Menschen versammelt, um im Rahmen einer angemeldeten Versammlung gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Während der Versammlung war einer Streife der Polizeiinspektion Lauf eine Teilnehmerin aufgefallen, die den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz nicht trug. Das mitgeführte Attest der Frau erweckte bei den Beamten Zweifel über dessen Richtigkeit.

"Da sich die Frau bereits bei der ersten Ansprache unkooperativ verhielt, warteten die Beamten mit weiteren Maßnahmen bis zum Ende der Versammlung", teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Während der anschließenden Kontrolle solidarisierten sich demnach etwa 20 vor Ort verbliebene Versammlungsteilnehmer mit der 52-jährigen Frau. Sie bedrängten die Polizeistreife durch Aufschließen und forderten die Kontrollierte auf, sich den Maßnahmen der Beamten zu widersetzen. "Auch das Eintreffen einer weiteren Streife konnte die Situation zunächst nicht entspannen", berichtet das Präsidium.

Nachdem die Beamten in dieser Situation bereits Menschen von sich wegschieben mussten, griff ein 39-jähriger Mann sie letztlich sogar körperlich an. Den Polizisten gelang es nur unter erheblichem Kraftaufwand, den renitenten Mann zu überwältigen und ihm Handfesseln anzulegen. Bei seiner Festnahme führte er unter anderem Fußtritte gegen die Polizeibeamten aus.

Erst unter Hinzuziehung von Unterstützungskräften - unter anderem eine Einheit der Bayerischen Bereitschaftspolizei - konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt hatten sich zu diesem Zeitpunkt 25 Personen gegen die Polizeikräfte solidarisiert. Die Einsatzkräfte stellten die Identität der anwesenden Personen fest und stellten anschließend auch deren Mobiltelefone sicher. Etliche Personen hatten den Polizeieinsatz zuvor mitgefilmt. Gegen die beteiligten Personen wird nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruches ermittelt.

39-Jähriger verletzt Einsatzkräfte: Polizist im Krankenhaus

Der 39-jährige Angreifer muss sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung verantworten. Die 52-jährige Frau erwartet eine Strafanzeige wegen der Benutzung unrichtiger Gesundheitszeugnisse. Einen 49-jährigen Mann, der während des Polizeieinsatzes einem mehrfach erteiltem Platzverweis nicht nachkam, nahm die Polizei für die Dauer der Maßnahmen in Gewahrsam.

Drei Beamte der Polizeiinspektion Lauf erlitten bei dem Einsatz Verletzungen. Ein 38-jähriger Beamter konnte seinen Dienst nicht mehr fortsetzen und musste sich im Anschluss in einem Krankenhaus in ärztliche Behandlung begeben. Die polizeilichen Maßnahmen am Einsatzort waren gegen 20.30 Uhr abgeschlossen.

Trotz Verbots trafen sich über 100 Gegner der Corona-Maßnahmen unlängst in Fürth. Das "Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus" übt in diesem Zusammenhang nun harsche Kritik an der Polizei. Diese betont: "Die Polizei hat klare Kante gezeigt."

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.