Nach den Brandanschlägen von Vorra ist der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, am Samstagabend im mittelfränkischen Vorra gewesen. Er traf sich mit Vertretern der evangelischen Gemeinde.

Bedford-Strohm lobte das Engagement des Asylunterstützerkreises, der sich schon lange auf die Ankunft Flüchtlinge im Ort vorbereitet hatte. "Es ist ihnen zu verdanken, dass, der Name Vorra weiter einen guten Klang hat und jedem klar ist, dass die Flüchtlinge hier keine Ablehnung erfahren", so Bedford-Strohm.

"Es muss glasklar sein muss, dass so etwas nirgendwo ein Verständnis findet. Das hat hier nichts zu suchen", unterstrich der EKD-Ratsvorsitzende. Auch ein "Nährboden", aus dem solche Gewaltakte kommen, müsse bekämpft werden. "Wir müssen den Menschen, die in diesen Häusern wohnen, die Angst nehmen", fügte er an.
Am Abend hatten Nürnberger antifaschistische Gruppen zu einem Protestmarsch durch den Ort Vorra aufgerufen. Dem schlossen sich etwa 600 Menschen an. Am Sonntagmorgen ist ein Solidaritätsgottesdienst in Vorra geplant. Anschließend soll eine Menschenkette um die beschädigten Häuser gebildet werden.

Zur Ermittlung der Täter, die für die Brandanschläge vom Donnerstag verantwortlich sind, wurde eine 20-köpfige Sonderkommission gebildet. 5.000 Euro Belohnung sind ausgesetzt. Am späten Donnerstagabend hatten in Vorra drei Häuser gebrannt, die nach ihrer Renovierung ab Februar 2015 zu Asylbewerberunterkünften ab Februar für 80 Flüchtlinge werden sollten. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Wie die Polizei berichtet, kamen rund 600 Teilnehmer am frühen Abend nach Vorra zu einer Versammlung mit dem Thema "Rassismus bekämpfen". D

Die Gruppe traf sich um 17 Uhr am Bahnhof von Vorra und ging anschließend zu den Brandorten in der Hirschbacher Straße/Ecke Hauptstraße.

Hier fand eine Kundgebung mit mehreren Redebeiträgen statt. Die Versammlung verlief nach Polizeiangaben friedlich und endete um 18.10 Uhr wieder am Bahnhof.