Der Nürnberger Stadtrat soll Mitte Dezember seine Zustimmung zur Bewerbung um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" geben. Sie gehe davon aus, dass sie bei der Abstimmung am 14. Dezember eine "große Mehrheit" im Parlament hinter sich habe, sagte die Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) am Freitag. Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und sie hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Sie seien aber überzeugt, dass es sich für die Stadt lohne, sich der Herausforderung zu stellen. Es lenke den Blick auf Nürnberg und könne neue Besucherschichten in die Frankenmetropole locken.

Bis zum Jahr 2019 muss die Bewerbung erarbeitet werden. Dafür wurden drei neue Stellen geschaffen, von der die erste noch in diesem Jahr besetzt werden soll. Nach Erfahrungen in anderen Städten gehe man für die Bewerbungsphase von Kosten in Höhe von etwa fünf Millionen Euro aus, welche die Stadt allein tragen müsse. Die weiteren Kosten seien noch unklar, hieß es.

Laut der früheren Kulturhauptstadt Pilsen zahlten sich jedoch alle Investitionen in sechsfacher Höhe im Sinn der Stadt aus, sagte Lehner. "Es ist eine große Chance, einmal aus dem Alltagstrott herauszutreten und Themen zu berühren, die oft nicht am Tageslicht sind." Es gehe bei der Bewerbung nämlich nicht um eine Art Schönheitswettbewerb, bei der man mit bereits Erreichtem glänzen und sich darauf ausruhen könne.

Zudem solle das Jahr als Kulturhauptstadt keine bloße Reihung von Events werden, sondern in der Stadt nachhaltig etwas bewirken. "Es muss auch um eine europäische Dimension gehen: Die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten zeigen - in einer Zeit, in der die EU auseinander zu driften droht", sagte Lehner. Weitere denkbare Themen seien die Zukunft der Arbeit, Digitalisierung, Migration und Erinnerungskultur.

Stimmt der Stadtrat der Bewerbung zu, solle ein "Mitmachprozess" für möglichst viele Bürger gestartet werden. 2020 fällt die Entscheidung. Gegen Nürnberg treten mindestens sieben andere deutsche Städte an - etwa Dresden, Heidelberg und Hildesheim. Weitere vier Städte wie beispielsweise Würzburg und Wittenberg überlegen noch.