NNach monatelangen Sanierungsarbeiten ist die Nürnberger Kaiserburg wieder geöffnet. Für den Umbau des fränkischen Wahrzeichens habe der Freistaat so viel Geld ausgegeben wie seit dem Wiederaufbau der Burg nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) am Donnerstag. Die Kaiserburg wurde in den vergangenen Monaten für etwa vier Millionen Euro umgebaut und erneuert. Durch Investitionen in den nächsten Jahren, unter anderem in ein Burgcafé, sollen insgesamt 16 Millionen fließen.

Mit dem Durchbruch zwischen zwei bisher getrennten Bauten - Palas und Kemenate - wurde in der Burg eine zusammenhängende Ausstellung geschaffen. Bei der Sonderschau "Kaiser - Reich - Stadt" wird ab Samstag auch das Pfälzische Original der Goldenen Bulle zu sehen sein.
"Die Ausstellung ist kaiserlich", sagte Söder, der trotz der Kosten von einem der schönsten Tage in seinem politischen Leben sprach.

Herzstück der Ausstellung ist der Kaisersaal, in dem neben der Pfälzischen und der Nürnberger Bulle, dem Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, auch eine steinerne Statue Kaiser Karls IV. von der Prager Karlsbrücke steht. In Vitrinen liegen historische Dokumente und auch alte, kaiserliche Herrschaftszeichen wie die Nachbildung des goldenen Reichsapfels.

Der Sinwellturm, der die Außenansicht der Burg prägt, wird neu beleuchtet. Die Aussichtsplattform bietet nach mehr als 100 Stufen das gewohnte Nürnberg-Panorama, nun aber auch den Vergleich zu früher: 20 Fotos von der zerstörten Stadt nach dem Krieg machen die Veränderungen sichtbar.

Wie auf dem höchsten Punkt der Kaiserburg wurde auch im tiefsten Schacht renoviert: In den "Tiefen Brunnen" kann ein Kronleuchter fast 50 Meter hinabgelassen werden - auf Bildschirmen wird ein Video von einer aufgenommenen Fahrt ins Dunkel gezeigt. Ab Samstag ist die Kaiserburg beim Eröffnungsfest für alle Besucher öffentlich zugänglich. dpa