Auf der Kirchweih in Kadenzhofen (Oberpfalz) wurde in der Nacht auf Sonntag (1. Mai 2022) die ehemalige "Miss Franken" attackiert. Vanessa Hampl war nicht nur die "Miss Franken 2020", eine Veranstaltung einer Modelagentur aus Nürnberg. Die 24-jährige Studentin nahm außerdem schon bei der TV-Sendung "Germany's Next Topmodel" teil und modelt auch heute noch nebenbei.

Unvermittelt wurde der jungen Frau bei dem Fest ein Bierkrug gegen den Kopf geschlagen, wie sie gegenüber inFranken.de erzählte. Die Folge: Vier Platzwunden, teils an kritischen Stellen, drastische Verletzungen im Gesicht. Hampl machte den Vorfall öffentlich und startete einen Zeugenaufruf. Doch zur Ruhe kam sie nach der Attacke offenbar nicht, wie nun bekannt wurde. Der 24-Jährigen schlägt nach eigener Aussage derzeit "Wut und Hass" entgegen - mit erschütternden Konsequenzen

Update vom 19.05.2022: "Miss Franken" nach Bierkrug-Attacke zu Hause aufgesucht - "werde belästigt"

Nachdem sich das "Geschehene so weit verbreitet" habe, wolle Hampl sich "ein letztes Mal zu der Sache äußern", schreibt die 24-Jährige in einem emotionalen Social-Media-Statement.

Sie werde nämlich mittlerweile mit den "unterschiedlichsten Meinungen, aber auch Unwahrheiten und Respektlosigkeiten" konfrontiert. Sie selbst habe nach ihrem Posting zur brutalen Bierkrug-Attacke "niemals gedacht, dass dies so hohe Wellen schlagen würde". 

Sie würde den Schritt in die Öffentlichkeit aber "jederzeit (...) wieder in vollem Umfang und mit allen Konsequenzen" gehen. Ihr Ziel sei es gewesen, den Druck auf den Täter zu erhöhen, um das Ganze "aufzuklären". Sie habe im Anschluss "erschreckend viele Nachrichten" von Menschen erhalten, denen ähnliche Fälle passiert seien - zum Teil mit "Langzeitschäden" und "heftigen Konsequenzen für die Psyche" - weil sie "den Täter bis heute nicht gefunden haben". 

"Schämt euch nicht": Ex-"Miss Franken" erlebt nach Schritt in Öffentlichkeit heftige Angriffe - und würde es trotzdem wieder tun

"Schämt euch nicht und vor allem versteckt euch nicht", appelliert die ehemalige Schönheitswettbewerb-Gewinnerin - und das, obwohl sie nach eigenen Angaben Opfer weiterer Attacken geworden ist - nachdem sie den Angriff öffentlich gemacht machte. Sie verstehe "die unterschiedlichsten Meinungen zu meiner Vorgehensweise".

Was sie jedoch nicht verstehe, sei "das respektlose und menschenverachtende Verhalten mancher Personen." Anscheinend sei "die Wut und der Hass" bei einigen Menschen derart groß, dass "Unwahrheiten verbreitet werden, sich über den Vorfall lustig gemacht wird und ich in meinem Zuhause aufgesucht und belästigt werde", schreibt Hampl in dem Statement. Gleichzeitig liege es ihr "am meisten am Herzen", sich zu bedanken. Bei "allen Ersthelfern vor Ort", für "liebe Nachrichten und Genesungswünsche" sowie für das Teilen des Aufrufs und das Geben von Hinweisen. Hampl berichtet auch von einem "ersten Erfolg", der laut der 24-Jährigen erreicht werden konnte.

Der Mann habe Anfang der Woche angegeben, die 24-Jährige bei einem Fest in Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz versehentlich mit dem Krug getroffen zu haben, so die Polizei am Donnerstag. "Der Mann spricht von einem Unfall und sagt, der Krug sei ihm bei einem Streit mit einer weiteren unbekannten Person aus der Hand abhandengekommen", so ein Sprecher der Polizei.

Erstmeldung vom 04.05.2022: "Dann war alles voller Blut" - Verletzung bei "Miss Franken" nach Bierkrug-Attacke - vier Platzwunden

"Wir wollten eigentlich einen entspannten Abend dort verbringen, und dann ist das passiert." Ein bisher Unbekannter habe der 24-Jährigen einen Bierkrug gegen den Kopf geschleudert. "Ich kann mich gut erinnern, ich stand mit dem Rücken zu ihm", erzählt Hampl gegenüber inFranken.de. "Während ich mich mit meinen Leuten unterhielt, hat mir so ein Typ auf einmal einen Bierkrug ins Gesicht geworfen." Der Maßkrug sei an ihrer Schläfe zerplatzt." Ich habe das am Anfang gar nicht verstanden und war bei vollem Bewusstsein. Keine Ahnung, woher ich die Kraft hatte", erklärt die 24-Jährige. Sie habe nur gemerkt, dass ihr ganzer Kopf nass gewesen sei, "und dann war alles voller Blut. Die Leute sind schon auf mich gestürzt, haben mich ins Zelt mitgenommen und direkt verarztet."

Durch den Bierkrug sei auch eine andere Person noch leicht verletzt worden. "Die Splitter des Kruges sind noch weitergeflogen, meine Leute hatten auch die ganzen Glasscherben auf den Haaren." Hampl wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. "Es sind vier Platzwunden, auch an extrem kritischen Stellen."

Sie sei an der Schläfe und der Stirn getroffen worden. "Mein ganzes Gesicht war angeschwollen, mein Auge ist zugeschwollen und ich kann es immer noch nicht aufmachen. Die Narben gehen bis zu den Augen, da weiß man auch noch nicht, welche Folgen das hat." Die Polizei sei bis dahin noch nicht vor Ort gewesen.

"Realisiere das noch nicht" - Model macht sich Sorgen um ihr Gesicht und mögliche Dauerfolgen 

"Erst als ich wieder zu Hause war, haben meine Eltern dann die Polizei gerufen. Ich habe dann auch Anzeige aufgegeben, gegen Unbekannt." Außerdem wurde ein Zeugenaufruf gestartet. "Ich war erstmal extrem wütend", sagt die 24-Jährige. "Und dann habe ich gedacht: 'Vanessa, du hast einfach Glück gehabt'. Das hätte ganz anders ausgehen können. Wenn ich den Werfer angeschaut hätte, wäre mein komplettes Gesicht ruiniert, oder wenn er meinen Hinterkopf getroffen hätte. Es war einfach auch noch Glück."

Die äußerlichen Wunden seien erstmal auszuhalten, "ich werfe mir den ganzen Tag Schmerzmittel ein." Das Problem sei die Psyche: "Ich stehe vor dem Spiegel und bin entstellt. Keine Ahnung, ob ich jemals wieder - oder zumindest in der nächsten Zeit - auf so ein Fest gehen kann. Das Ding ist ja, dass sowas immer und überall passieren kann." Sie habe Schmerzen, während sie mit einem halb zerschnittenen Gesicht zu Hause sitze. "Vor allem bin ich aber unter Dauerstrom und komme nicht zur Ruhe. Ich kann das alles noch gar nicht fassen."

Zusätzlich zu der Anzeige bei der Polizei hat Vanessa Hampl auch selbst einen Zeugenaufruf gestartet. "Es gibt auch schon einen Hinweis, ich habe durch meinen Aufruf schon viel erreicht." Sie wisse, dass es jemanden gebe, dessen Rechtsanwalt sich bei der Polizei gemeldet habe. "Es gibt aber noch kein Schuldeingeständnis", weshalb die 24-Jährige weiterhin auf der Suche nach Zeug*innen sei. Auf Instagram und Facebook könne man sich bei ihr melden, wenn man Hinweise zu der Tat in der Nacht zum Sonntag (1. Mai 2022) auf der Kirchweih in Kadenzhofen habe.