In Deutschland wurde kein anderes Fußball-Duell häufiger ausgetragen als das Franken-Derby. Zum 268. Mal trafeb an diesem Sonntag (21. März 2021) um 13.30 Uhr (Sky) die SpVgg Greuther Fürth und der 1. FC Nürnberg aufeinander.

In der ewigen Bilanz liegt der "Club" nach Siegen vorne (139). Die Fürther waren nur 79 Mal erfolgreich. Von den letzten zwölf Franken-Derbys gewann der Kleeblatt-Verein aber gleich acht.

Update vom 21.03.2021, 15.50 Uhr: "Hochunterhaltsames Duell"

Joker Dickson Abiama hat Aufstiegskandidat SpVgg Greuther Fürth vor einer Niederlage im 268. Franken-Derby gegen den 1. FC Nürnberg bewahrt. Der 22 Jahre alte Stürmer rettete den Hausherren mit seinem Treffer in der dritten Minute der Nachspielzeit am Sonntag einen Punkt beim 2:2 (1:0).

Die Fürther wendeten im hochunterhaltsamen Nachbarschaftsduell einen heftigen Rückschlag im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga ab und bleiben auf Platz drei. Die Nürnberger verpassten einen Big Point im Kampf um den Klassenerhalt, haben aber sechs Zähler Vorsprung auf Relegationsrang 16.

Havard Nielsen, der schon beim 3:2 im Hinspiel zweimal getroffen hatte, brachte die Fürther in der 8. Minute in Führung. In einem emotionalen Lokalfight hatte der gebürtige Nürnberger und «Club»-Kapitän Enrico Valentini (57.) mit seinem von David Raum abgefälschten Schuss Glück. Der 19 Jahre alte Startelf-Debütant Erik Schuranow (76.) sicherte sich vor der Länderspielpause mit dem Siegtor fast seinen Eintrag in den Derby-Geschichtsbüchern, ehe der eingewechselte Abiama den Schlusspunkt setzte.

Vorabmeldung vom 19.03.2021, 12.50 Uhr: Großes Franken-Derby am Sonntag -"Bitte seriös"

"Jetzt schießen wir den "Club" vom Platz! Wir gewinnen das Derby deutlich! Punkte können die Nürnberger gegen uns vergessen!" - All das - oder auch nur etwas annähernd Ähnliches - äußerte Stefan Leitl kurz vor dem 268. Franken-Derby nicht. "Ich bin nicht dafür zuständig, die Zeitungen zu füllen. Lasst uns bitte seriös mit der Situation umgehen", sagte der Coach der SpVgg Greuther Fürth besonnen nach dem 2:1 (1:0) am Mittwochabend (17. März 2021) im Nachholspiel der 2. Fußball-Bundesliga beim SSV Jahn Regensburg.

Die Gegensätze könnten vor diesem Nachbarschaftsduell nicht größer sein. Hier, der Aufstiegskandidat aus Fürth, der mit seiner überraschend starken Saison nicht rechnen konnte; dort der vom Abstieg bedrohte 1. FC Nürnberg, der mit vielen Sorgen in den Endspurt gehen muss. "In so einem Spiel gibt es keinen Favoriten, egal auf welchem Platz man steht", meinte Leitl mit Blick auf das älteste Derby im deutschen Fußball am Sonntag (13.30 Uhr).

Die Fürther sind aktuell Dritter, punktgleich mit dem Hamburger SV (2.) und Holstein Kiel (4.); Spitzenreiter VfL Bochum liegt nur zwei Zähler vor den Verfolgern. Die Nürnberger dagegen werden nur auf Position 14 geführt, fünf Zähler vor Relegationsplatz 16.

Derby "wichtigstes Spiel im Jahr"

"Jetzt kommt das Derby, das ist für alle Fürther das wichtigste Spiel im Jahr. Da sind extrem viele Emotionen mit dabei und dieses Spiel wird auch wieder von Momenten geprägt sein", befand Leitl, dessen Mannschaft die letzten drei von vier Derbys gewonnen hat.

Die Fürther mussten sich nach dem erfolgreichen Abend in der Oberpfalz nur eines vorwerfen lassen: die Chancenverwertung. Beim zwei Wochen von einer Corona-Quarantäne ausgebremsten Jahn hätten mehr Treffer als der Doppelpack von Kapitän Branimir Hrgota (13. Minute/64.) herausspringen müssen. Der überraschende Anschluss durch Jann George (67.) war ein unnötiger Störfaktor.

"Wir haben eine Vielzahl an Torchancen liegen lassen, um mehr Ruhe ins Spiel zu bekommen und auch nicht diese Intensität bis zum Schluss gehen zu müssen", kritisierte Leitl. Die "Spannung bis zum Schluss" hätte sich seine Mannschaft ersparen können.

"Müssen weiter punkten"

Es spricht aber für die Stabilität der spielerisch so imponierenden Fürther, auch die Unsicherheit nach einem Gegentor aushalten zu können. Und dann ist da ja noch ein Stürmer wie Hrgota, der in der 2. Bundesliga herausragt. Und auch er ließ sich erwartungsgemäß zu keiner Kampfansage in Richtung "Club" hinreißen.

"Wir wissen, dass wir weiter punkten müssen. Jetzt liegt unsere Konzentration auf dem Derby", sagte Hrgota, der schon elfmal in dieser Saison erfolgreich war. Zwar sei so ein Lokalduell etwas Besonderes. Am Ende des Tages gebe es für einen Sieg in diesem Spiel jedoch auch nur drei Punkte "und nicht mehr."