Überraschung im Prozess um den mysteriösen Tod des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell: Ein vor neun Jahren verurteilter Autoschieber sagte im neuen Prozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth aus, sein damaliges Geständnis sei frei erfunden gewesen.

Es habe damals gar keine Autoschieberei gegeben. Er sei am 5. Januar 2003 - dem Tag, an dem Gsell überfallen und tödlich verletzt wurde - überhaupt nicht in Nürnberg gewesen, sagte der heute 44-Jährige am Mittwoch. Er sei jedoch wegen Raubes mit Todesfolge angeklagt worden und habe Angst gehabt, dafür eine lange Haftstrafe zu bekommen.

Daher habe er sich auf einen Deal eingelassen: Strafrabatt gegen Geständnis. Inzwischen müssen sich zwei andere Männer wegen Gsells Tod vor Gericht verantworten.