"Looks like shit. But saves my life" - die Grünen in Nürnberg kritisieren die Kampagne des Verkehrsministeriums, bei der spärlich bekleidete Models in aufreizenden Posen für das Tragen von Fahrradhelmen werben.

Radhelm-Kampagne richtet sich an junge Menschen

Das Verkehrsministerium will mit der Kampagne, die auch Videos umfasst, vor allem junge Menschen zum Tragen eines Helms animieren. Dabei ist unter anderem "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Alicija. In den sozialen Netzwerken gab es neben Verständnis viele ironische Kommentare, manche User bewerteten die Aktion als "peinlich" oder "sexistisch".

Es sei sehr fraglich, dass die Sicherheit eines Fahrradhelmes mit viel nackter Haut besser zu verkaufen ist, erklären die Nürnberger Grünen in einer Pressemitteilung. Die Partei will gegen sexistische Werbung in Nürnberg vorgehen.

Viele Städte hätten sich bereits auf den Weg gemacht, um sexistische Werbung auf öffentlichen Flächen zu untersagen, so die Grünen. Auch in Nürnberg müsse das Thema grundsätzlich aufgegriffen werden.

Im zuständigen Ausschuss stellen die Grünen folgenden Antrag:

  • Die Verwaltung berichtet: Mit welchen Partnerfirmen gibt es Verträge, auf stadteigenem Grund Werbung mit verschiedenen Werbeträgern (z.B. Litfaßsäulen, Plakattafeln, Haltestellen im ÖPNV) zu schalten?
  • Der Stadtrat beschließt, dass das Verbot sexistischer Werbung in entsprechende Verträge ausdrücklich aufgenommen wird. Kriterien sexistischer Werbung seien

    hinreichend bekannt, siehe dazu auch http://www.werbewatchgroup-wien.at/was-ist-sexistische-werbung/kriterien.

  • Der Stadtrat beschließt, dass die Stadt die Initiative ergreift, das Thema "sexistische Werbung" auch mit ansässigen Unternehmen zu diskutieren. Zudem soll sie ein Bewusstsein hierfür schaffen und das Ziel verfolgen, dass Unternehmen selbstverpflichtend auf Werbung mit sexistischen Inhalten verzichten.