Beamte der Polizei Schwabach nahmen am Donnerstag eine 19-jährige Osteuropäerin fest. Die Frau soll versucht haben, mithilfe des so genannten "Enkeltricks" mehrere Personen um Geld zu betrügen. Sie fungierte hierzu als Geldabholerin.

Nur durch die gute Zusammenarbeit mit einem 66-jährigen Schwabacher war es möglich, die Frau festzunehmen. Der Mann hatte selbst gegen 15:30 Uhr einen Anruf eines ihm unbekannten Mannes erhalten. Dieser täuschte eine Verwandtschaft zu dem 66-Jährigen vor, gab sich als Manfred aus und versuchte für einen Immobilienkauf Geld zu erlangen. Der 66-Jährige hatte das Vorgehen rasch durchblickt, hielt aber die Fassade für den Anrufer aufrecht und verständigte die Polizei.

In enger Zusammenarbeit mit Zivilkräften der Schwabacher Polizei gelang es den Forderungen des vermeintlichen Bekannten nachzukommen.
So folgte der Mann den Anweisungen und ging zur Bank, um Geld abzuheben. Aus früheren Fällen ist es bekannt, dass die so genannten "Enkeltrickbetrüger" während dieser Phase ihr Opfer bereits überwachen. Es gelang, eine Geldübergabe zu vereinbaren. Hier ließen die Beamten die Handschellen klicken. Die Abholerin wurde direkt an Ort und Stelle vor der Übergabe festgenommen und an das Fachkommissariat Nürnberg übergeben.

Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass in Mittelfranken insgesamt siebenmal (viermal in Fürth, zweimal in Schwabach und einmal in Eckental) versucht wurde, über den Verwandtentrick an Geld zu kommen. In allen Fällen blieb es glücklicherweise nur beim Versuch. Ob Zusammenhänge bestehen, wird noch geprüft.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte gegen die Beschuldigte einen Haftantrag. Noch heute soll sie dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Nürnberg zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt werden. Gegen sie wurde bereits im benachbarten Ausland und auch in Deutschland wegen Betrugs ermittelt.


Wie verhält man sich am besten?


Die Oberfränkische Polizei rät:

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich eine Person am Telefon als Verwandter oder Bekannter ausgibt, sich selbst nicht mit Namen meldet und Geldforderungen stellt.
-Geben Sie keine Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse.
-Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.
-Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld. Beispielsweise nach dem Namen der Mutter oder dem Wohnort und bestehen Sie auf die Beantwortung.
-Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.
-Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen - auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln.
-Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt - Notruf: 110.