Am Nürnberger Flughafen gibt es jetzt einen Körperscanner, auch Nacktscanner genannt. Der Airport reagiere damit auch die gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit.

"Die Anschaffung des Gerätes beruht auf einzuhaltenden, erforderlichen Sicherheitsstandards", erklärte Michael Hupe, Flughafengeschäftsführer am Freitag. Diese Standards werden von der obersten Luftsicherheitsbehörde, dem Bundesministerium des Inneren, festgelegt. Den Beschluss, den Körperscanner am Airport Nürnberg zu installieren, hat das Luftamt Nordbayern umgesetzt.

Der Körperscanner ist kein Muss in Nürnberg

Bei dem Gerät handelt es sich nach Angaben des Flughafens um den sogenannten ProVision2-Sicherheits- oder Ganzkörperscanner des Herstellers
L3.

Ganzkörperscanner stellen Gegenstände an der Körperoberfläche mithilfe von Millimeterwellen fest. Im Gegensatz zu klassischen Torsonden und Metalldetektoren spürt das Gerät auch Materialien ohne Metallanteil auf, wie zum Beispiel Flüssigkeiten, Pulver, Kunststoffe, Gummi oder Keramik.

"Wir sind aufgeschlossen für neue Technologien, mit denen der Prozess der Passagierkontrolle bei uns am Flughafen vereinfacht und beschleunigt werden kann", so Hupe. Die Signale sind um ein Vielfaches schwächer als die, die in alltäglich genutzten elektronischen Geräten entsteht.

Strahlung schwächer als das Smartphone

Die Strahlung beim Scanvorgang ist 10.000 mal schwächer als die Strahlung bei einem Telefonat mit dem Smartphone, so der Flughafen.

Sorgen vor gesundheitlichen Schäden seien deshalb nach heutigen Erkenntnissen unbegründet. Bei eben diesem Scanner, ProVision2, werden keine Bilder erstellt. Körperformen oder Körperkonturen sind nicht dargestellt, also sind auch Verletzungen der Privatsphäre ausgeschlossen.

Die Kontrollkräfte erhalten lediglich ein immer gleiches Piktogramm mit einer Markierung der auffälligen, kontrollpflichtigen Körperbereiche.

Der Flughafen macht aber auch darauf aufmerksam, dass die Kontrolle mit dem Körperscanner freiwillig ist. Wer lieber durch die gewohnten Torsonden gehen und vom Sicherheitspersonal per Hand kontrolliert werden möchte, kann das nach wie vor tun.