Nach der Brandstiftung in einem Asylbewerberheim im mittelfränkischen Vorra ist das Gericht nicht von der Täterschaft der Verdächtigen überzeugt. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, wie ein Justiz-Sprecher am Montag sagte. Nach umfangreichen Nachermittlungen hätten die Indizien der Kammer nicht für eine Verhandlung ausgereicht. Die Angeschuldigten haben die Vorwürfe stets bestritten.

Die Staatsanwaltschaft hatte im August 2016 Anklage gegen den Firmenchef und einen Bauarbeiter erhoben. Nach Ansicht der Behörde hatten die Männer Ende 2014 die neu hergerichtete Unterkunft angezündet, um Mängel am Brandschutz zu vertuschen.
Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben einer Sprecherin nun knapp eine Woche Zeit, um die Entscheidung des Gerichts zu prüfen und eventuell Beschwerde dagegen einzulegen. Falls die Ankläger dies nicht tun, müsste die Kripo die Ermittlungen wieder aufnehmen. Denn dann müsse man wieder von einem unbekannten Täter ausgehen.

In der Nacht zum 12. Dezember 2014 waren in Vorra ein umgebauter Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand gesteckt worden. In die Gebäude sollten kurze Zeit später Asylbewerber einziehen. Wegen Hakenkreuzen und einer ausländerfeindlichen Parole auf dem Gebäude waren die Ermittler zunächst von einer fremdenfeindlich motivierten Tat ausgegangen. Der Brand galt als erster großer Anschlag einer monatelangen Serie von Brandstiftungen in Asylbewerberheimen.

Im vergangenen Sommer nahm die Polizei dann jedoch die beiden Verdächtigen fest. Die Ermittler waren überzeugt, dass die Männer mit dem Brand die Baufirma vor dem Bankrott retten wollten. Nach Berechnungen der Ermittler wären nämlich beim Brandschutz Nachbesserungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro in kürzester Zeit nötig gewesen. Doch schon im Oktober hob das Gericht die Haftbefehle gegen die Männer auf, da es keinen dringenden Tatverdacht sah.