Knaller- und Raketenreigen in fränkischen Innenstädten - immer mehr Kommunen wehren sich gegen ein solches Szenario. Aber nicht nur Städte. Auch in Naturschutzgebieten, zum Beispiel rund ums Walberla im Landkreis Forchheim, ist das Böllern untersagt.

Dabei handelt es sich wohlgemerkt nicht um Behördenwillkür, sondern um eine Reaktion der Behörden auf unverantwortliches Verhalten in der Silvesternacht. Wie zum Beispiel in Würzburg: Dort hatten in der Vergangenheit in der Innenstadt Feiernde ungeachtete der Menschenmassen immer wieder Knall- und Feuerwerkskörper abgebrannt. Ergebnis: Verletzungen unter den Passanten. Die Stadtverwaltung reagierte. Inzwischen bleibt ein Teil der Innenstadt raketenfrei. Seit 2003 hatte die Stadt vor Silvester bereits die Alte Mainbrücke und den Bereiche vor dem Rathaus gesperrt. Tabu für Böllerfreunde sind auch historische Sehenswürdigkeiten wie die Festung Marienberg und das Käppele. Böllerverbot herrscht in der Silvesternacht ebenso auf dem Residenzplatz.


Keine Raketen auf der Kaiserburg

Auch in der Frankenmetropole Nürnberg darf längst nicht mehr überall munter drauf losgeböllert werden. Gar nichts geht auf der Kaiserburg und in einigen Straßen der Altstadt, rund um die Burg herum. In der Vergangenheit war immer wieder durch Feuerwerkskörper, die in die hölzernen Wehrgänge der Burg fielen, Feueralarm ausgelöst worden. In der unterfränkischen Weinstadt Kitzingen war im Jahr 1984 durch eine Silvesterrakete gar der Dachstuhl des historischen Rathauses in Brand geraten. Seither sind Raketen in der Altstadt strikt verboten. Ein Beispiel, dem die Gemeinden Königsfeld in den Haßbergen, Lohr im Spessart oder Volkach folgten.

Wegen der Brandgefahr hat man auch in der Weltkultur erbestadt Bamberg Vorkehrungen getroffen. Weder auf dem Domplatz, noch auf dem Michaelsberg oder der Altenburg dürfen Raketen gezündet werden. Zu sehr sorgt man sich um die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Fachwerkkäuser der Altstadt. Ein Beispiel, dem man im mittelfränkischen Ansbach folgt. Auf dem dortigen Martin-Luther-Platz haben Raketen und diverse Knallkörper nichts verloren. Wobei es sich nicht um ein bloßes Verbot handelt. Die Polizei hat vor Ort Kontrollen angekündigt. Zuwiderhandlungen können außerdem recht teuer werden. Zumindest in Nürnberg, wo Verstöße nach städtischen Angaben Bußgelder in Höhe bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen können.


Appell an die Vernunft

Vorsorge treffen auch kleinere Gemeinden, wie zum Beispiel Marktzeuln im Landkreis Lichtenfels. Hier wurden die Anwohner historischer Gebäude per Anschreiben der Gemeinde zur Vernunft gemahnt. Auf das Abbrennen "pyrotechnischer Gegenstände" in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Altenheimen und Fachwerkhäusern sollte verzichtet werden, wird der Bürgermeister zitiert. Im Landkreis Forchheim wird darauf hingewiesen, dass auch im Naturschutzgebiet rund um Walberla und Rodenstein das Böllern verboten ist. Wildtiere wie der Uhu könnten hier durch das Geknalle empfindlich gestört werden.