Neumeyer hatte sich zu einem Gespräch mit den etwa 20 Flüchtlingen aus Äthiopien, Afghanistan und dem Iran getroffen. "Ich habe ihnen dabei Möglichkeiten aufgezeigt", sagte er anschließend. Denn der Protest in der Innenstadt sei "kein Dauerzustand": "Das Zelt wird irgendwann auch zur Normalität und fällt keinem mehr auf."

Diese Asylbewerber seien bereits seit vier oder fünf Jahren in Deutschland. Ihr Antrag auf Asyl wurde meist abgelehnt. Sie werden geduldet und wissen nicht, wie lange sie noch bleiben können. "Sie vergeuden so einen Teil ihres jungen Lebens", sagte Neumeyer. Er habe ihnen geraten, sich dem Verfahren nochmals zu stellen, mit neuen Argumenten. Ein Problem sei auch, dass die meisten nicht mit den Behörden zusammenarbeiteten, damit ihre Identität nicht festgestellt werden kann - aus Angst, abgeschoben zu werden. Doch gerade bei den Menschen aus Afghanistan sei diese Angst derzeit eher unbegründet.

Die Gruppe hatte vor zwei Wochen mit einem Hungerstreik in Nürnberg Asyl erzwingen wollen. Ein Gespräch mit Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und dem Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, brachte keine Lösung.