Wenn Flüchtlinge keine Papiere haben, woher wissen die Behörden, woher sie kommen? Könnten sich nicht alle als Syrer ausgeben? Diese Frage stellen sich derzeit viele Menschen in Deutschland.

Doch beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hält man die Chance, bei den Behörden damit durchzukommen, für gering.

Inzwischen gebe es ausgereifte Überprüfungsmethoden, die eine recht präzise regionale Zuordnung der Flüchtlinge erlaubten.


Eine Sprachanalyse soll Zweifel klären

In Zweifelsfällen wird etwa eine Sprachanalyse gemacht. Asylbewerber, die keine Papiere mehr haben und deren Angaben über ihre Herkunft zweifelhaft sind, werden um eine Sprechprobe gebeten. Die Aufzeichnungen werden dann von Sprachexperten ausgewertet. Derzeit hat das Bundesamt über 45 Gutachter für 80 Sprachen, heißt es auf der Internetseite der Bundesbehörde.

Bei der Prüfung zweifelhafter Pässe oder anderer Dokumente erhält das BAMF Unterstützung von der hauseigenen physikalisch-technischen Urkundenstelle (PTU). Die Experten greifen zur Überprüfung der Echtheit von Flüchtlingspapieren auf rund 6000 Dokumente aus rund 70 Ländern zurück.

Um echte von gefälschten Dokumenten unterscheiden zu können, setzen die Fachleute zudem auf hochauflösende Mikroskope, Kaltlicht und computerbasierte Dokumentenprüfsysteme. 2013 hatten sich zehn Prozent der überprüften Papiere als gefälscht erwiesen, 20 Prozent konnten mangels Vergleichsmaterial nicht bewertet werden, berichtet die Nürnberger Behörde.

Ergeben sich im Lauf eines Asylverfahrens "sicherheitsrelevante Erkenntnisse", etwa die IS-Kämpfer-Vergangenheit eines Flüchtlings, informiert das Bundesamt die Sicherheitsbehörden sofort darüber. Gleiches gilt bei möglichen Kriegsverbrechern, die sich mit dem Asylstatus um eine weiße Weste und einen Neustart bemühen. "Eine Möglichkeit, Kriegsverbrecher zu identifizieren, besteht etwa über Zeugen, die im Syrien-Fragebogen auch Täter benennen können", erläutert ein Sprecher des Bundesamts.