Eine vom örtlichen Menschenrechtsbüro organisierte Bustour führte die Angehörigen zunächst zu der früheren Änderungsschneiderei, wo Abdurrahim Özüdogru am 14. Juni 2001 kaltblütig erschossen worden war. Die Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair berichtete, frühere Nazi-Aufkleber am Haus ließen vermuten, dass Özüdogru schon einige Zeit vor der Tat im Visier von Neonazis gestanden hatte.

Später besuchten die Angehörigen auch Tatorte im Osten und am südlichen Stadtrand, wo 2005 der Imbissstand-Betreiber Ismail Yasar und fünf Jahre zuvor der Blumenhändler Enver Simsek umgebracht worden waren. Begleitet wurden die Hinterbliebenen von der Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer und Hinterbliebenen der NSU-Verbrechen, Barbara John.