• Grundschule in Altdorf führt Spucktests ein
  • Regelmäßige Corona-Tests bei allen Schülern möglich
  • Zweimal wöchentlich Pool-Testung durch Spucken

Die Grundschule in Altdorf (Landkreis Nürnberg Land) hat eine regelmäßige Corona-Testung der Schüler eingeführt. Durch Spucktests kann jedes einzelne Kind zweimal die Woche auf Corona getestet werden. Die Idee kommt von Bürgermeister Martin Tabor (SPD): "Minister Piazolo meinte: 'Testen ist super' - und der Meinung bin ich auch." Das System zu entwickeln, sei recht schnell gegangen - und am Wochenende wurden dann schon die ersten Tests verteilt.

Altdorfer Grundschule führt regelmäßige Corona-Tests ein: So funktioniert der Spucktest

"Am Samstag haben die Kinder schon ihr erstes Testkit geholt", erklärt die Grundschulleiterin Carola Stöhr. Darin befinden sich verschiedene Testutensilien und eine ausführliche Anleitung. Bevor die Kinder dann morgens in die Schule gehen, müssen sie den Test durchführen. Dazu nehmen sie die beigefügte Kochsalzlösung für eine Minute in den Mund. "Wer kann, darf auch gurgeln", meint Stöhr. Die Lösung spucken die Schüler dann in ein Becherchen, aus dem sich die Flüssigkeit mit einer kleinen Vakuumpumpe herausziehen lässt. Das Röhrchen verschließt sich anschließend von selbst.

Das Teströhrchen bringen die Kinder dann mit in die Schule, wo die gesamten Röhrchen der Klasse in einem Behälter gesammelt werden. In der örtlichen Apotheke werden alle Teströhrchen geöffnet und die mundgespülte Lösung aller Kinder einer Klasse in einem größeren Behälter, in einem Pool, gesammelt. Dieser geht dann in das Labor Synlab in Weiden. Dort werden die Behälter der jeweiligen Klassen auf das Coronavirus getestet. Noch am selben Tag kommen die Ergebnisse. Weist eine Klasse ein positives Ergebnis auf, wird die Klasse in Quarantäne geschickt und die Kinder einzeln erneut durchgetestet. Die Röhrchen sind nicht beschriftet - durch das Zusammenkippen aller Testlösungen erfolgt die Testung allerdings sowieso anonym.

Es sei ein Segen, dass der Spucktest nun auf dem Markt ist, erklärt Schulleiterin Stöhr. "Mit Nasenstäbchen, wie die Staatsregierung sich das vorgestellt hat, ist das mit 470 Kindern nicht leistbar. Dafür bräuchten wir ungefähr vier Stunden." Dank des Spucktests könne jedes Kind nun zweimal in der Woche getestet werden. Der Test ist freiwillig - trotzdem haben am allein am Dienstag bereits rund 320 Schüler teilgenommen. "Und es werden von Tag zu Tag mehr", meint Stöhr. Die Lehrer werden aktuell wöchentlich separat getestet. Jedoch sei geplant, auch das Kollegium an den Pool-Testungen zu beteiligen.

Pool-Testung an Altdorfer Grundschule: "Wir sparen dem Minister Geld"

Finanziert werden die Tests aktuell noch durch die Stadt - "wobei wir hoffen, dass da vom Ministerium noch was kommt. Letztendlich sparen wir dem Minister sogar Geld." Die Pool-Testung sei nämlich viel günstiger als die einzelne Testung der Schüler. "Pro Pool können bis zu 30 Schüler getestet werden. Das kostet dann 50 Euro", erklärt Bürgermeister Tabor. Trotzdem seien die Testungen richtige PCR-Tests - "das ist dann schon echt günstig." Zwei bis fünf Wochen müsse man die Tests sicher noch selbst stemmen - etwa 2500 Euro wöchentlich koste das die Stadt.

"Andere Bürgermeister schauen schon skeptisch, weil sie Angst vor den Kosten haben", erklärt Tabor. "Aber man darf diese doch so sinnvolle Maßnahme nicht wegen der Kosten infrage stellen." Die Reaktionen seien trotzdem durchweg positiv: "Mich haben schon zahlreiche Schulleiter jeglicher Schularten angerufen und gefragt, wie das funktioniert", meint der Bürgermeister. Auch die anderen Altdorfer Schulen seien sehr interessiert - zugesagt habe jedoch noch niemand.