Sechs Großunternehmen aus der Metrolpolregion Nürnberg haben sich mit der Bitte an die Politik in Bund und Land gewandt, ihre Beschäftigten mithilfe der Betriebsärzte selbst gegen Corona impfen zu dürfen.

Die Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der Firmen Adidas, Puma und Schaeffler (jeweils mit Sitz in Herzogenaurach) sowie Datev, Leoni und GfK (jeweils mit Sitz in Nürnberg) wandten sich am Mittwoch (24. März 2021) in einem offenen Brief an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Bereits zu Monatsbeginn war bekannt geworden, dass eine wachsende Zahl großer deutscher Unternehmen wegen der schleppenden Impfkampagne in Deutschland den Schutz der Mitarbeiter vor dem Coronavirus in die eigenen Hände nehmen will.

Adidas, Puma, Schaeffler, Datev, Leoni, GfK: Fränkische Arbeitgeber wollen Mitarbeiter und Familien selbst impfen

"Konkret bieten wir gerne an, die vorhandene Infrastruktur unserer Unternehmen zur Verfügung zu stellen. So könnten in dem Fall, dass zeitnah große Mengen Impfstoff zur Verfügung stehen, unsere Betriebsärztinnen und -ärzte sowohl die bei uns Beschäftigten als auch deren Familienangehörige impfen", heißt es in dem Schreiben.

Binnen kürzester Zeit könnten so rund 33.000 Mitarbeiter und ihre Familienangehörigen geimpft werden, ohne die öffentlichen Systeme zu belasten.

"Der Schutz unserer Mitarbeitenden ist für uns ein hohes Gut", heißt es in dem Brief weiter. "Wenn Impfungen schneller umgesetzt werden, könnten wir als Unternehmen aber auch einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten."

Impfverordnung müsste geändert werden

Um das Vorhaben umzusetzen, müsste die Impfverordnung des Bundes, die bisher eine Priorisierung etwa nach Alter oder Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen vorsieht, geändert oder außer Kraft gesetzt werden.