• Tiertransport auf A3 in Franken gestoppt
  • Hunderte Schweine leiden in Lkw
  • Tiere liegen tot in der Menge
Überhitzter Schweinetransporter auf fränkischer Autobahn gestoppt: Am Freitag (26. Juli 2019) hat die Polizei einen Tiertransport auf der A3 bei Altdorf (Nürnberger Land) gestoppt. Der Grund: Ein aufmerksamer Zeuge beobachtete den Lkw und alarmierte die Behörden. Daraufhin kontrollierten die Polizisten den Transporter und machten einen erschreckenden Fund.

Insgesamt 758 Schweine und Ferkel waren auf der Ladefläche zusammengepfercht. Als "absolut unwürdige Zustände" bezeichnet ein Polizeisprecher die Szenerie gegenüber inFranken.de.

A3 bei Nürnberg: Wasseranlage in Tiertransporter defekt

In den Nachmittagsstunden erreichten die Temperaturen am Freitag ihren Höchstwert. Nahe der 40-Grad-Marke litten die Schweine im Lkw. Messungen der Polizei bestätigten dies. Das alarmierte Veterinäramt untersuchte die gebeutelten Tiere. Unter den über 700 Schweinen befanden sich bereits zwei tote Tiere. Mehr als die Hälfte der Schweine war stark dehydriert und bedurfte umgehend einer Behandlung, berichtet die Polizei im Gespräch.

Die Feuerwehr wurde hinzugezogen: Die Einsatzkräfte spritzten die Tiere circa 30 Minuten mit Löschwasser ab, um für Abkühlung zu sorgen. Laut Polizei verbesserte selbst "die 30 minütige Dusche" kaum etwas am Gesundheitszustand der angeschlagenen Schweine. Im Zuge der Überprüfung des Lkw wurde festgestellt, dass die Wasseranlage defekt und in mangelhaftem Zustand war - kein Wunder also, dass die Tiere total durstig waren. Der Lkw hätte nach Altdorf beziehungsweise Nürnberg als nächstes Mal in Österreich halten können: "Wäre der Transport weitergefahren, wären deutlich mehr Tiere verendet", so die Polizei.

Fahrer und Firma im Fokus: Sanktionen stehen im Raum

Die Tiere wurden zum Schlachthof ins mittelfränksiche Erlangen gebracht. Dort untersucht das Veterinäramt die Tiere. Dem Lkw wurde die Weiterfahrt aufgrund der technischen Mängel untersagt. Die Polizei ermittelt nun gegen den Trucker sowie die Transportfirma unter anderem wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

Der Fall erinnert an das Verenden mehrerer Schweine Anfang des Jahres in Unterfranken. Mehrere Schweine wurden dort tot in einem Maststall gefunden. In Hessen sind erst kürzlich 500 Hühner qualvoll in einem Tiertransporter auf der Autobahn verendet: Die Tiere bekamen bei der enormen Hitze keinen Tropfen Wasser. Auch in Nordrhein-Westfalen haben in dieser Woche 143 Schweine bei 41 Grad und ohne Wasser in einem Transporter gelitten. Die Polizei stoppte den Transport.

tu