Der Polizeimeldung zufolge forderte der unehrliche Finder das Mädchen auf, ihm anzügliche Bilder zu schicken, wenn sie das Mobiltelefon zurückbekommen möchte.
Die Jugendliche handelte jedoch richtig und ging nicht auf die Forderung ein. Jetzt ermittelt die Kripo Aschaffenburg unter anderem wegen Erpressung und bittet um Hinweise.

Intimbilder auf Facebook gepostet

Ersten polizeilichen Erkenntnissen zur Folge hatte die junge Frau am vergangenen Dienstagmorgen (05.11.2013) ihr iPhone auf dem Weg zur Schule im Bus der Linie 55 von Großostheim nach Aschaffenburg kurz nach der Haltestelle "Neues Rathaus" verloren. Wenige Stunden später meldete sich der angebliche Finder unter einem Fake-Account via Facebook bei dem Mädchen und forderte sie auf, ihm anzügliche Bilder von ihr zuzuschicken.
Außerdem postete er ein anzügliches Foto auf einem Account der Schülerin.

Die Jugendliche ließ sich absolut richtigerweise nicht auf die Forderung ein, denn diese Aufforderung ist keine Lappalie, sondern strafrechtlich relevant, betont die Polizei in ihrer Meldung. Für die Ermittler steht der Verdacht der Erpressung, der Unterschlagung des möglicherweise gefundenen Handys und der Straftatbestand der Beleidigung im Raum. Straftaten, für die der Gesetzgeber beispielsweise im Falle der Erpressung neben einer Geldstrafe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorsieht.

Kripo Aschaffenburg bittet um Hinweise

Wer Angaben zur Identität des Finders machen kann oder sonst sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter Tel. 06021/857-1732 zu melden. Insbesondere könnte auch jemand damit angegeben haben, dass er ein Handy gefunden und von der Besitzerin anzügliche Bilder gefordert hat.

Der vorliegende Fall zeigt, dass das Internet alles andere als ein rechtsfreier Raum ist. Möge auch eine Nachricht per Mausklick schnell verschickt sein, so bleibt der Absender für den Inhalt verantwortlich.

Polizeipräsidium Unterfranken gibt Tipps für Jugendliche

- Beleidigende oder sogar bedrohliche Nachrichten per Email, Social Media dürfen nicht toleriert werden. Kinder und Jugendliche sollten aber nicht direkt auf solche E-Mails oder SMS antworten, sondern Eltern und andere Vertrauenspersonen einbeziehen.

- Betroffene sollten sich Freunden oder Eltern anvertrauen. Bei Schülern sollte auch die Schule informiert werden.

- Beweismaterial aufbewahren: Die verbreiteten Bilder oder E-Mails mit strafbarem Inhalt sollten gespeichert werden.

- In schwerwiegenden Fällen sollte sofort die Polizei informiert werden und Anzeige erstattet werden.