Ende Mai kam es in der Nähe von Kirchzell im Landkreis Miltenberg zu einem schweren Motorradunfall: Zwei Fahrer stießen in einer Kurve zusammen - einer von ihnen kam dabei ums Leben, der andere wurde schwer verletzt.

Die Polizei Miltenberg verzeichnet nun erste Erfolge bei der Ermittlung des genauen Unfallhergangs: Offenbar geschah der Unfall während eines illegalen Wettrennens, das auf Video aufgezeichnet wurde.

Update vom 18.06.2020: Neue Erkenntnisse nach tödlichem Motorradunfall in Kirchzell

Bei einem schweren Motorradunfall am 29. Mai 2020 kam ein 24-Jähriger ums Leben. Das Polizeipräsidium Unterfranken berichtet nun, dass ein illegales Motorradrennen für den Tod des jungen Mannes verantwortlich war. 

Der Motorradfahrer war in einer Kurve auf einer Straße in der Nähe von Kirchzell mit seinem 19-jährigen Bekannten zusammengestoßen. Die beiden waren am besagten Tag in einer Gruppe mit drei weiteren Bikern unterwegs. Der 19-Jährige wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

Die Polizei Miltenberg wurde mit den Ermittlungen zum genauen Unfallhergang betraut und deckte im Zuge eine Straftat auf: Die Gruppe hatte sich öfters zu Motorradrennen verabredet und auch der tödliche Unfall ihres Freundes ereignete sich während einem illegalen Rennen. 

Biker filmten illegale Wettrennen: Polizei stellte Videomaterial vom Unfalltag sicher

Obwohl sich aller Unfallbeteiligten kannten, war der 24-Jährige selbst jedoch nicht am Rennen beteiligt. Der junge Mann, mit dem er zusammenstieß, lieferte sich nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Wettrennen mit einem anderen 19-Jährigen. Die beiden Biker erreichten dabei teilweise Geschwindigkeiten von über 170 Stundenkilometern. Bei einem gefährlichen Überholmanöver geriet einer der beiden in den Gegenverkehr, wo es schließlich zum tödlichen Zusammenstoß mit dem 24-Jährigen kam.

Da die Jungen ihre Rennen filmten, konnte die Polizei Aufnahmen vom Unfalltag als Beweismittel sicherstellen. Der 19-jährige Unfallfahrer hatte das Geschehen mit einer Helmkamera aufgenommen und zwei weitere Beteiligte hatten das Wettrennen - und damit auch den Unfall - vom Rand der Strecke aus gefilmt. 

Gegen die vier Männer, einschließlich des 19-jährigen Schwerverletzten, wird nun in Zusammenhang mit dem Unfall und weiteren gefährlichen Fahrmanövern ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg holte Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Beschuldigten ein. Die Polizei konnte dabei Speichermedien mit weiterem Beweismaterial sicherstellen. Die Motorräder und Führerscheine der zwei 19-Jährigen, die sich am Unfalltag ein Rennen lieferten, wurden außerdem beschlagnahmt.

Die Polizei Unterfranken weisen darauf hin, dass Wettrennen mit Kraftfahrzeugen jeglicher Art illegal sind und eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren zur Folge haben.

Ursprüngliche Meldung vom 30.05.2020: Biker (24) prallt mit Freund zusammen und stirbt: Tödlicher Unfall in Kirchzell

In Kirchzell (Landkreis Miltenberg) hat sich am Freitagabend (29. Mai 2020) ein tragischer Motorradunfall ereignet. Ein 24-jähriger Biker kam ums Leben. Wie die Polizei berichtet, prallten zwei befreundete Motorradfahrer gegen 18.30 Uhr in einer Kurve zusammen.

Eine Gruppe von fünf Männern war am Abend mit ihren Motorrädern im Bereich Kirchzell in Unterfranken auf einer bekannten Motorradstrecke zwischen Preunschen und Mudau unterwegs. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei prallten zwei der befreundeten Biker im Begegnungsverkehr in einer Kurve zusammen. Daraufhin stürzten beide Fahrer. Ein 24-Jähriger zog sich in der Folge lebensgefährliche Verletzungen zu.

Trotz aller Bemühungen eines hinzugerufenen Notarztes starb der junge Mann aus dem Landkreis Miltenberg noch an der Unfallstelle. Der 19-jährige Freund des Verstorbenen, mit dem der 24-Jährige zusammenstieß, wurde schwer verletzt. Ein Rettungshubschrauber brachte den jungen Biker aus dem Raum Miltenberg in eine Klinik.

Die genauen Umstände des Unfalles sind derzeit noch unklar, die Miltenberger Polizei ist mit den Unfallermittlungen betraut und hat bereits erste Untersuchungen eingeleitet. Auch ein Sachverständiger war zur Unterstützung der Polizeibeamten vor Ort. Für die Unfallaufnahme und die Reinigung der Fahrbahn war eine Vollsperrung in beide Fahrtrichtungen bis etwa 22.00 Uhr notwendig. Neben den örtlichen Feuerwehren aus Kirchzell und Preunschen waren auch ein Notfallseelsorger und ein Kriseninterventionsteam im Einsatz.