In der Nacht von vergangenem Sonntag (13. Februar 2022) auf Montag (14. Februar 2022) wurde vor dem Spessartmuseum von Lohr am Main die über 100 Jahre alte Winterlinde massiv geschädigt. Der Baum wurde einst 1918 als Friedenslinde zum Ende des 1. Weltkrieges gepflanzt. 

Der oder die Täter, wie das Landratsamt Main-Spessart am Donnerstag (17. Februar 2022) in einer Pressemitteilung berichtet, haben mit einem 6 Zentimeter tiefen und 360 Grad Einschnitt einen Großteil der Leitungsbahnen der Linde für Wasser und Nährstoffe geschädigt, und zwar so sehr, dass mittelfristig eine Fällung der symbolträchtigen Friedenslinde in Betracht gezogen werden muss. 

Unbekannte beschädigen geschichtsträchtige Friedenslinde: Muss der Baum gefällt werden?

Bislang war der Baum in einem sehr guten Zustand. "Hier wurde Allgemeingut mit Geschichtshintergrund massiv geschädigt. Um solch eine Linde zu ersetzen, braucht es 2.000 neue Jungbäume, was mit rund 150.000 Euro Kosten verbunden ist", macht Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege Hilmar Keller das Ausmaß der Tat deutlich. Vorerst kann die Linde stehen bleiben, da sie trotz der Beschädigung noch verkehrssicher ist. Dies muss nun regelmäßig überprüft werden. Die Polizei wurde eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Hinweise können an die Polizei oder das Landratsamt Main-Spessart gegeben werden.

Zum Hintergrund:
"Eine 100-jährige Linde ist 20 Meter hoch und 12 Meter breit, besitzt ca. 600.000 Blätter und damit eine Blattgesamtoberfläche von ca. 1,5 Hektar. An einem sonnigen Tag kann von ihr ca. 36.000 m³ Luft verstoffwechselt werden. Die Lebenserwartung einer Winterlinde kann bei bis zu 1.000 Jahren liegen", informiert das Landratsamt.