Seit dem 1. Januar 2020 gilt die Kassenbon-Pflicht in Deutschland. Aus Protest hat der "Bund der Selbstständigen - Gewerbeverband e.V." bis heute eine Million Bons gesammelt. 

Am Montag (14. September 2020) wollen die Beteiligten den "ungewollten Umweltmüll" nach Berlin fahren. Das berichtet der BDS in einer Pressemitteilung. Etliche Kisten mit Kassenbons werden erst aus Südbayern und anschließend aus der Geschäftsstelle Nordbayern in Nürnberg abgeholt und in Transporter geladen. 

"Verbraucher wollen keinen Beleg für Butterbreze"

Der Berg aus giftigem Thermopapier-Müll wird dann am Dienstag (15. September 2020) vor dem Reichstag in Berlin ausgekippt. Frank Bernard, der Geschäftsführer des Gewerbeverbandes für Unterfranken fordert ein Umdenken: "Die Bon-Pflicht für Kleinbeträge muss abgeschafft werden!"

Weiterhin ist Bernard der Meinung, dass die Bon-Pflicht überarbeitet und realitätsnah gestaltet werden muss: "Weder möchte der Verbraucher für seine Butterbreze beim Bäcker einen Beleg, noch ist dies mit den heute zugelassenen Kassen aus überwachungstechnischen Gründen notwendig. Ganz zu schweigen von der großen Umweltbelastung durch das giftige Papier." 

Mit dem Protest am Dienstag will der BDS Bayern direkt in Berlin die Bundesregierung aufrütteln. Insgesamt haben beteiligte Unternehmen, Metzgereien oder Bäckereien eine Million Kassenbons gesammelt. Eigentlich sollte die Aktion schon im Frühjahr dieses Jahr stattfinden, doch Corona verhinderte das. "Jetzt ist es soweit", versichert BDS Präsidentin Gabriele Sehorz.

Foto: Frank Bernard