Das moderne Schneewittchen streckt seine Arme weit auseinander. Die Haare stehen wild zu Berge. Der Gesichtsausdruck der Märchenfigur ist nicht klar zu deuten. Auch dass es die Prinzessin mit dem schwarzen Haar sein soll, sieht man der fast drei Meter hohen Gipsfigur nicht an. Der Objekttitel dagegen ist klar: "Schneewittchen". Der unterfränkische Bildhauer Peter Wittstadt hat die Skulptur erschaffen, nachdem er vor einem Jahr mit seinem Modell einen Kunstwettbewerb in Lohr gewonnen hatte.

Die Stadt am Main, die sich als Schneewittchen-Stadt vermarktet, wollte sich selbst eine moderne Märchenprinzessin für die Innenstadt schenken. Dieser Wunsch wird nun überlagert vom Streit um Geschmack und Geld.

Dass Wittstadts Schneewittchen keine Schöne wie im Disney-Märchen werden wird, war von Anfang an klar. Und das war auch nicht gewünscht.