Unter den zahlreichen Feuerwehrleuten im Landkreis ist Rainer Dinkel ein Unikat. Denn seit zwölf Jahren ist der gelernte Kfz-Elektriker hauptamtlich bei der Feuerwehr in Lichtenfels angestellt. Als Feuerwehrgerätewart kümmert er sich um die rund 30 Fahrzeuge der 25 Wehren im Bereich der Stadt Lichtenfels. Trotz Vollzeitjob bei der Feuerwehr engagiert sich Rainer Dinkel auch nach Dienstende bei der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenfels.
"Mit 16 Jahren bin ich der Freiwilligen Feuerwehr in Oberwallenstadt beigetreten", erinnert sich Dinkel. Als er 1979 bei der Stadt Lichtenfels anfing, wechselte er zur Feuerwehr nach Lichtenfels. "Für die Stadt habe ich 21 Jahre lang Kehrmaschine gefahren", sagt Rainer Dinkel. Im Jahr 2000 bekam er dann das Angebot, hauptamtlich als Gerätewart bei der Feuerwehr zu arbeiten. "Da habe ich dann zugeschlagen", erzählt Dinkel.
Seitdem sorgt er dafür, dass die Fahrzeuge der Floriansjünger im Stadtgebiet Lichtenfels immer einsatzbereit sind. "Einmal im Jahr kommt jedes Fahrzeug in unsere Werkstatt zum Kundendienst", sagt der Gerätewart. Zudem kümmert sich Rainer Dinkel darum, dass die Einsatzfahrzeuge ihre TÜV-Plaketten bekommen und überprüft ihre technische Ausstattung.
Auch Reparaturen an Fahrzeugen und Ausrüstung erledigt Dinkel. "Das reicht von der Reinigung der Schläuche bis hin zum Austausch von Dichtungsringen an den Spritzen", erklärt Dinkel. In seinen Verantwortungsbereich fällt auch die Überprüfung des Fahrzeuginventars. "Alle Teile, die in den jeweiligen Wagen gehören, müssen an Bord sein. Und natürlich muss auch alles funktionieren", erläutert Rainer Dinkel.
Neben seinem hauptamtlichen Job ist Rainer Dinkel auch Hauptlöschmeister bei der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenfels. Eine klare Trennung zwischen Beruf und Ehrenamt gibt es für Rainer Dinkel dabei allerdings nicht. "Wenn wir während meiner Arbeitszeit ausrücken müssen, bin ich gleich vor Ort. Ansonsten laufe ich ein paar Meter zur Wache, da ich direkt nebenan wohne", erzählt der Gerätewart.
Bei weniger dramatischen Einsätzen während seiner Dienstzeit bleibt Rainer Dinkel mitunter auch im Gerätehaus und kümmert sich um die Fahrzeuge. Bei vielen der jährlich rund 200 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenfels ist er aber mit dabei. "Mein Steckenpferd ist die Drehleiter", verrät Dinkel. Mit dem Fahrzeug könne man, die richtige Bedienung vorausgesetzt, viel machen. "Dabei ist Erfahrung sehr wichtig", betont Rainer Dinkel. Um beispielsweise an ein Fenster in einem mehrstöckigen Gebäude zu gelangen, müsse man genau abschätzen können, wie nah man mit der Drehleiter an das Gebäude heranfahren muss, damit die Leiter dann auch gut einsetzbar sei.
Seit mittlerweile 41 Jahren ist Rainer Dinkel Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. "Im Laufe der Jahre hat sich der Aufgabenbereich der Feuerwehr erweitert", betont Rainer Dinkel. Früher, so der Gerätewart, war die Feuerwehr vor allem bei Bränden gefordert. Heute stünden technische Hilfeleistungen wie bei Unfällen oder nach Unwettern immer mehr im Vordergrund. Mit dem Autobahnanschluss der Korbstadt und der Einrichtung der Integrierten Leitstelle (ILS) in Ebersdorf bei Coburg sei zudem die Anzahl der Einsätze angestiegen. "Früher sind wir aus dem Landkreis kaum herausgekommen", erzählt Rainer Dinkel. Da mit der ILS nun Einsätze nach geografischer Nähe verteilt würden, seien die Lichtenfelser Einsatzkräfte auch im Coburger Raum im Einsatz. "Manchmal hat man drei, vier Einsätze am Stück. Und dann passiert mal wieder 14 Tage lang gar nichts", beschreibt Rainer Dinkel die Unwägbarkeiten der Feuerwehrarbeit. Auf eines ist jedoch Verlass: Die Einsatzfahrzeuge, die Gerätewart Rainer Dinkel betreut, sind stets bestens präpariert.