Tim Fleischmann war schon immer am Werkeln. Als Kind auf dem Bauernhof seiner Großeltern, heute in seiner eigenen Schreinerei in Zettlitz, in der er mittlerweile neun Mitarbeiter beschäftigt. "Mein Vater und einige andere Verwandte sind Handwerker, und ich hatte eigentlich schon mein ganzes Leben immer mit Baustellen zu tun", erklärt der Schreinermeister. Dabei will Tim Fleischmann seine Begeisterung fürs Handwerk nicht nur für sich behalten, sondern möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen. Seit drei Jahren ist der 34-Jährige deshalb Handwerkspate der Albert-Blankertz-Schule in Redwitz.

Ermöglicht wird das Ganze durch ein Programm des Bayerischen Bildungsministeriums, das jährlich finanzielle Mittel für "Praxis an Mittelschulen" zur Verfügung stellt. In einem ersten Projekt vor drei Jahren gestaltete Fleischmann gemeinsam mit Schülern den Pausenhof mit neuen Sitzmöglichkeiten um. In diesem Jahr trat er mit einer etwas ausgefalleneren Idee an die Schulleitung heran: Skateboards selbst bauen.


Anreiz für Schüler schaffen

"Es ist ja heute schon schwierig junge Leute zu begeistern, deswegen wollte ich einen besonderen Anreiz für die Schüler schaffen", sagt Fleischmann und fügt lächelnd an: "Ein Skateboard zu bauen ist schon etwas anderes, als ein Vogelhäuschen zu bauen." Gleichzeitig bemüht sich der Schreinermeister, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. "Viele haben ja schon dieses Meister- Eder-Bild vor den Augen. Alles ist alt und dreckig, und die Möbel werden nur mit Handhobel und Handsäge gemacht."

Genau wie in anderen Berufen laufe heutzutage auch bei Schreinern viel über PC-Programme und computergesteuerte Maschinen ab. Außerdem arbeite man mittlerweile neben Holz noch mit vielen anderen Materialien wie Glas oder Kunststoff. Die Werkarbeiten mit den Schülern fanden Mitte April statt und dauerten rund zwei Wochen. Beteiligt war die komplette Klasse 7d mit insgesamt 21 Schülern. Die Arbeiten erfolgten teilweise im Werkunterricht, gingen aber auch darüber hinaus. Fleischmann betreute die Schüler gemeinsam mit seiner Auszubildenden Loisa Neckermann und dem Gesellen Tobias Engelhardt in drei verschiedenen Gruppen, die jeweils unterschiedliche Arbeitsschritte übernahmen.

Unter Anleitung hätten die Schüler dabei alles eigenständig gefertigt, erklärt Fleischmann. Zuerst galt es, Furniere zusammenzusetzen und Leim auf die einzelnen Schichten aufzutragen. Danach wurden die Skateboards in einer extra für das Projekt gebauten Hydraulikpresse verleimt. Anschließend sägten die Schüler die Bretter in die passende Skateboard-Form. Nachdem die Achsen angebracht waren, konnten die Decks schließlich nach eigenen Wünschen gestaltet werden. "Die Schüler waren sehr kreativ, vom Gladbach-Logo bis zu Ninja Turtles war da alles dabei", sagt Fleischmann und bilanziert: "Ich hatte schon den Eindruck, dass alle mit viel Herzblut dabei waren."

Um die handwerkliche Leistung der Schüler zu würdigen, werden die insgesamt neun Skateboards am Mittwoch um 8 Uhr in der Schule offiziell von Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) und Schulvertretern übergeben.