Welchen Stellenwert kirchliche Jugendarbeit im Zeitalter von Ganztagsschulen und in Konkurrenz zu politischem Engagement und Sportvereinen noch einnehmen kann, dieser Frage möchten Jugendliche aus der Erzdiözese Bamberg am Wochenende, beim Jugendforum in Vierzehnheiligen, auf den Grund gehen. Der Veranstalter des Projekts ist der Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) Bamberg, die Idee stammt jedoch von den Jugendlichen selbst.

"Nicht jeder in unserem Alter setzt sich gerne jeden Sonntag in den Gottesdienst und hört Orgelmusik. Was wir brauchen, um Kirche weiterhin attraktiv zu machen, sind alternative Gottesdienste, die wir Jugendlichen auch selbst mitgestalten können", sagt Stefanie Schlittenbauer. Die 18-Jährige ist eine von insgesamt 100 jungen Erwachsenen, die sich gerne Zeit für das Projekt in Vierzehnheiligen nehmen.


Anregungen für den Jugendplan



"Die Zukunft auf dem Plan" - unter diesem Motto sollen bis Sonntagnachmittag Visionen kirchlicher Jugendarbeit mit möglichen Hindernissen abgewogen werden, um bei der Abschlusspräsentation Anregungen für die Erstellung des Jugendplans 2013 geben zu können. "Was wir von den Jugendlichen erwarten, sind konkrete Forderungen und Wünsche. Diese werden dann bei Mitgliederversammlungen und in Zusammenarbeit mit Expertengruppen zur Endfassung des neuen Jugendplans beitragen", erklärt Diözesanjugendpfarrer Detlef Pötzl. In insgesamt zehn Gremien mit jeweils unterschiedlichen Themen wird am Wochenende über die Zukunft kirchlicher Jugendarbeit debattiert.


Zeitmanagement wird diskutiert



Besonders große Resonanz erzielte der Workshop "Jugendarbeit und Ehrenamt vor veränderten Rahmenbedingungen" - für Detlef Pötzl ist das keine Überraschung: "Das ist es ja, was die Jugendlichen interessiert, sie möchten diskutieren, wie man seine Freizeit besser koordinieren kann. Das Zeitmanagement spielt eine große Rolle."

Für Stefanie Schlittenbauer geht es vor allem darum, sich an die neuen Standards anzupassen: "Die Jugendkultur hat sich vor allem durch die Medien verändert. Trotzdem macht es Spaß, beispielsweise in kirchlichen Schülerverbänden tätig zu sein." Besonders schön fände es die Abiturientin, mehr Jugendliche für ihr Hobby zu begeistern.

Auch Detlef Pötzl möchte in puncto Jugendarbeit neue Wege bestreiten. "Natürlich müssen wir auch ein Stück weit an unserer Tradition festhalten, um glaubwürdig zu bleiben", schränkt der Pfarrer ein. "Aber wenn Kirche für junge Menschen attraktiver wird, umso besser."



Jugendforum Das Jugendforum in Vierzehnheiligen ist die Auftaktveranstaltung für die Erstellung des neuen kirchlichen Jugendplans.

Jugendplan Die kirchlichen Jugendpläne legen seit 1974 die inhaltlichen Schwerpunkte für die Kinder- und Jugendarbeit im Erzbistum Bamberg fest. Alle fünf bis sieben Jahre werden sie an die neuen Gegebenheiten angepasst. Der neue Jugendplan wird wohl im Herbst 2013 in Kraft treten.

BDKJ Der Bund der Katholischen Jugend im Erzbistum Bamberg ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen katholischen Jugendverbände. Er zählt zu den insgesamt 17 Verbänden unter dem Dach des BDKJ Deutschland, der somit insgesamt etwa 650 000 junge Menschen umfasst. Der BDKJ Bamberg befasst sich vor allem mit den Lebenslagen, Bedürfnissen und Interessen junger Menschen und lässt dabei die Jugendlichen selbst zu Wort kommen.