Jetzt ist es amtlich: Die Verwaltung in Weismain wird bei den Sanierungsarbeiten des Rathauses in den Kastenhof umziehen. Es war ja schon länger klar, dass bei den Arbeiten die Auslagerung unabdingbar wird. Dennoch habe es viel Engagement und noch mehr Nerven gekostet, eine vernünftige Lösung zu finden, erklärte Bürgermeister Michaedl Zapf den Räten in der jüngsten Stadtratssitzung.

Die möglichen Optionen eines Umzuges in ein "Containerdorf" wären finanziell (Kosten rund 500 000 Euro) nicht zu stemmen gewesen, und der Kastenhof wäre für Veranstaltungen die nächsten knapp drei Jahre blockiert gewesen. Auch sonstige Überlegungen (Baur-Gebäude) waren nicht durchführbar gewesen. So wurde nun ein Umzug in die Bücherei des Kastenhofgebäudes erörtert. Die Bücherei wird nun in die Räume des Nordjura-Museums im Erdgeschoss umziehen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass das Museum in der Sanierungszeit nicht zur Verfügung stehen wird, da sich dafür keine anderen Räumlichkeiten fanden. Ferner werden noch zwei Bürocontainer für den Bereich Tourismus angeschafft werden (Kosten rund 20 000 Euro). Für die Umzugsmaßnahmen fallen Kosten von rund 80 000 Euro an. Die beiden Container sollen nach der Sanierung am städtischen Kindergarten in Arnstein verwendet werden. Die Umzugsarbeiten werden vom Bauhof und ehrenamtlichen Helfern getätigt. Einzig die Verkabelung muss von externen Firmen erledigt werden. Dies alles sei technisch machbar und in einem kollektiven Kraftakt zu stemmen. Der Beginn des Umzugs der Bücherei ins Museum soll Anfang Februar erfolgen. Um zügig und zeitnah mit den Sanierungsmaßnahmen zu beginnen, soll die Verwaltung bis spätestens Juli 2021 ausgezogen sein. Für das Konzept gab es ein einstimmiges Votum des Stadtratsgremiums.

Ein weiteres Thema war die Möglichkeit eines Selbstbindungsbeschlusses zur Innenentwicklung der Stadt der Förderinitiative "Innen statt außen". Bei diesen Förderungsmaßnahmen ist es Ziel der Staatsregierung, Städte und Gemeinden bei der hauptsächlich wohnlichen Belebung von Ortskernen und damit Einsparungen beim Flächenverbrauch zu unterstützen. Eine gemeindliche Planungshoheit wird damit nicht eingeschränkt. Baulücken werden geschlossen und leer stehende Bausubstanz einer effizienten Nutzung zugeführt. Hier könnten Fördersätze bis 90 Prozent erreicht werden. Bürgermeister Michael Zapf führte dazu aus, dass eine wesentliche Verbesserung des Stadtbildes und auch der Parksituation möglich sei. Die Ideen des durchgeführten Wettbewerbs zur Innenstadtsanierung könnten hier wiederaufgegriffen werden.