Schwarz-Weiß-Malerei ist keine Option für den Bad Staffelsteiner Bauausschuss. Immer wieder kommt es vor, dass das Gremium Vorhaben nicht vollumfänglich, aber zumindest zum Teil befürwortet, so auch in der jüngsten Sitzung.

In Uetzing möchte der Eigentümer das ehemalige Schulhaus in der Pfarrer-Krapf-Straße künftig als Wohnhaus und als Weinstube nutzen. Hierzu plant er einen Anbau.

1803 hatte Andreas Weber das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude direkt neben der Uetzinger Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer errichtet. Seit etwa zehn Jahren steht das alte Schulhaus, das sich in Privatbesitz befindet, leer.


Auch Außenausschank geplant


Wie aus den eingereichten Planunterlagen ersichtlich ist, möchte der Bauwerber im Untergeschoss eine Weinstube einrichten mit Schänke und Toiletten, auch eine Freischankfläche ist vorgesehen.

Ferner sollen im Unter- und Obergeschoss vier Wohneinheiten sowie ein Balkon realisiert werden. Die Planungen des Antragstellers sehen zur Vergrößerung der Wohnfläche außerdem einen rund 15 Quadratmeter großen, modern gestalteten Anbau in Richtung des gegenüberliegenden Kindergartens vor.

Gegen die neue Nutzung hatte das Gremium keine grundsätzlichen Bedenken. Schon die Stimmungslage bei der vorausgegangenen Ortsbesichtigung in Uetzing hatte jedoch deutlich gemacht, dass dies betreffend der Erweiterung ganz anders aussieht. "Der Anbau würde den ortsbildprägenden Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes schon übertönen", sagte etwa Stadtbaumeister Andreas Ender. "Die Symmetrie des ehemaligen Schule wird durch den Anbau ja geradezu verunstaltet", fand Walter Mackert (CSU) noch deutlichere Worte. Für ihn erwecke die Planung den Eindruck eines "Starenkastens".

Schon einmal habe das Vorhaben den Bauausschuss beschäftigt, erläuterte Bürgermeister Jürgen Kohmann die Vorgeschichte. Damals sei dem Bauwerber signalisiert worden, dass die Maßnahme nur ohne Anbau umgesetzt werden könne. Nun sei der Eigentümer erneut an die Stadt herangetreten. Im Vergleich zur ursprünglichen Fassung würde die Erweiterung nun kleiner ausfallen.


Balkongröße begrenzt


Nach dem einhelligen Tenor in der Diskussion war der Beschluss dann keine Überraschung mehr: Das Gremium erteilte das gemeindliche Einvernehmen nur für die Neunutzung des ehemaligen Schulhauses. Die Zustimmung zum modernen Anbau verweigerten die Ausschussmitglieder, da er sich mit der baulichen Umgebung nicht vertrage. Einem Balkon wurde nur bis zu einer Größe von 1,50 Metern zugestimmt. Da sich die Stellplatzfrage teilweise mit der geplanten Freischankfläche "zwickt", ist zudem eine diesbezügliche Lösung Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens.

Zum mittlerweile dritten Mal befasste sich der Bauausschuss mit der geplanten Errichtung einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle zwischen Unnersdorf und Nedensdorf mit einer Firsthöhe von 4,90 Metern.

Bereits zweimal, so erinnerte Bürgermeister Kohmann, habe das Gremium dem Bauwerber deutlich gemacht, dass dies an dem von ihm angedachten Standort nicht gehe. "Dort auf dem Hochplateau würde eine Halle das Landschaftsbild ganz erheblich beeinträchtigen, das kann ich heute nur wiederholen." Die Suche nach einem Alternativstandort sei bislang vergeblich gewesen.


Landschaftsbild beeinträchtigt


Bauamtsleiter Michael Hess erklärte ferner die baurechtliche Sachlage: "Die landwirtschaftliche Privilegierung des Bauwerbers liegt hier zwar vor, öffentlichen Belangen darf die Maßnahme aber nicht widersprechen, und das ist hier aus genanntem Grund der Fall." Dementsprechend lehnte der Ausschuss den Antrag schließlich erneut ab.

Lediglich formalen Charakter hatte ein Beschluss des Gremiums zum Bebauungsplan "An der Eremitenstraße" in Bad Staffelstein. Für das Baugebiet war im März 2014 der Aufstellungsbeschluss gefasst worden. Die Erfordernis einer Bauleitplanung ist mittlerweile aber nicht mehr gegeben, hier wird in Kürze mit dem dritten Bauabschnitt begonnen.