Dazu kamen aber auch viele weitere Teilnehmer, die dem vom Bamberger Weihbischof Herwig Gössl zelebrierten Pontifikalamt beiwohnten.
Bei der Marienandacht am Nachmittag trug der Landespressereferent der Sudetendeutschen Landsmannschaft Frank Altrichter aus Neustadt bei Coburg die theologischen Gedanken vor. Diese Wallfahrt ist natürlich auch ein beliebter Treffpunkt für Personen, die sich sonst nicht oder nur selten treffen. So herrschte rund um die Basilika bereits vor dem Gottesdienst reges Treiben, viele Gespräche wurden geführt und Erinnerungsfotos geschossen.
Der Wallfahrtsauftakt war die Prozession der Trachtengruppen und Fahnenabordnungen von draußen durch das Hauptportal in die Basilika. Am Ende der Prozession schritten die Ministranten und die Geistlichen. Der Organist intonierte das Eingangslied der Schubert-Messe "Wohin soll ich mich wenden", diese Messe bildete auch den Hauptbestandteil der Lieder.


Wie vor 72 Jahren

"Die Wallfahrt lädt ein, rückwärtsblickend vorwärts zu schauen." Mit diesen Worten hieß Pater Heribert Arens die Wallfahrer willkommen und verwies darauf, dass es heute mit den zu uns kommenden Flüchtlingen Parallelen und ähnliche Entwicklungen wie vor 72 Jahren gebe. Auf die Bedeutung der Wallfahrt, dadurch wieder Kraft zu finden, wies der Bamberger Diözesan-Vertriebenenseelsorger Herbert Hautmann hin. Mit der Wallfahrt wolle man auch Aussiedler und Asylbewerber ansprechen. Doch der Seelsorger benannte auch die Unterschiede der damaligen Flüchtlinge zu denen von heute vor allem hinsichtlich Kultur und Religion.
Auf die Veränderung des Charakters dieser Wallfahrt im Lauf der sieben Jahrzehnte verwies Weihbischof Gössl. Doch unverändert sei, auch für neue Fragen eine Antwort aus dem Glauben heraus zu suchen. "Der Blick zurück ist immer auch nach vorne, auf den Weg, der vor uns liegt, gerichtet. Wir sind immer auf der Suche nach Heimat", führte der Weihbischof aus. In Bezug auf die Heimatvertriebenen erklärte Gössl, dass viele in den über 70 Jahren "die Hände zur alten Heimat ausgestreckt" hätten, zum Brückenbau, zur Versöhnung und dabei Freundschaften, mitunter aber auch Ressentiments entstanden seien. Hier bedürfe es dann der von Christus vorgezeichneten Passion und Geduld, um zum Erfolg zu gelangen. Aber auch bei den heute oft anzutreffenden Aspekten wie Nationalismus, Arroganz und Ich-Bezogenheit sei, so Weihbischof Gössl, "das Zeugnis der Christen nötig. Gegen Scharfmacher und Angsthasen braucht es mutige Christen, die nicht aufhören, die Hand zur Versöhnung zu reichen". bau