Burgkunstadt — Eine gelungene Premiere feierte die Versehrten- und Reha-Sportgruppe Burgkunstadt (VSG), als man erstmalig in der Vereinsgeschichte den Bezirkswandertag des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands ausrichtete. Hierzu durfte das Team um den ersten Vorsitzenden der VSG, Dieter Friebe, rund 120 Wanderer aus ganz Oberfranken am Evangelischen Gemeindehaus begrüßen. Von dort aus machten sich die Sportbegeisterten auf drei unterschiedlich langen Rundwegen auf, um die idyllischen Wanderwege rund um Burgkunstadt zu erkunden.

Da die Gäste vor allem aus Münchberg, Schönwald, Bayreuth, Forchheim und Ebermannstad und somit aus den östlichen und südlichen Landkreisen des Bezirks kamen, erschloss sich vielen von ihnen somit erstmalig die malerische Schönheit der Natur und die Geschichte Burgkunstadts, die die gut ausgewählten Rundwege zu offenbaren hatten.

Neben der sportlichen Bewegung und der Pflege
der Gemeinschaft stand vor allem der Austragungsort im Mittelpunkt des Interesses. So war der Bezirkswandertag 2015 auch eine gelungene Werbung für den Fremdenverkehr in Burgkunstadt. Darüber freute sich auch die Erste Bürgermeisterin Christine Frieß, die die Veranstaltung als Schirmherrin zusammen mit Dieter Friebe und Pfarrer Heinz Geyer eröffnete.

Auch Mitorganisator Heinz Hofmann von der VSG Burgkunstadt zeigte sich hoch zufrieden: "Mit den rund 120 Teilnehmern liegen wir über dem Schnitt der Vorjahre". Zurückzuführen war dies auch auf die enge Zusammenarbeit der VSG mit den Bewohnerinnen und Bewohnern von Regens Wagner. "Diese enge Zusammenarbeit mit Regens Wagner starteten wir vor elf Jahren und somit in einer Zeit, als noch kaum einer den Begriff der Inklusion kannte", erläuterte Hofmann. Knapp 25 Wanderfreunde von Regens Wagner sorgten schon allein aufgrund ihrer weit bekannten orangenen Laufshirts für zusätzliche Farbe beim Bezirkswandertag.

Rudi Fetzer, ausgewiesener Burgkunstadt-Experte, hielt zahlreiche Informationen und Anekdoten bereit, als die Wandergruppe Zwischenstopps wie etwa beim Judenfriedhof einlegte oder sich über den Ebnether und Hainweiherer Berg und den Naturlehrpfad nach Theisau begab. Die aufgrund des durchaus anspruchsvollen Höhenniveaus dankbar angenommenen Pausen boten zudem Gelegenheit für eindrucksvolle Panoramablicke, wie beispielsweise vom Sonnenhang oder dem "Goldbuckel" aus.

Dies galt auch für die beiden weiteren Wandergruppen, bei denen man sich je nach eigenem Leistungsstand für einen drei oder sechs Kilometer langen Rundweg entscheiden durfte. Die Wanderführer waren hier Dieter Friebe und Gisela Hagel.

Älteste Teilnehmerin war übrigens Elsbeth Thierauf aus Münchberg, die mit ihren 92 Jahren selbst den Anstieg von der Kulmbacher Straße in Richtung Marktplatz meisterte, um dort mit dem Anblick des historischen Rathauses belohnt zu werden.

Auch wenn die Wolken am Himmel zwischenzeitlich bedrohlich dunkel wurden, blieb der Bezirkswandertag in Burgkunstadt regenfrei, wenngleich das schwül-heiße Wetter den Wanderbegeisterten einiges abverlangte. Möglichkeit zum Regenerieren und zum Teilen der zahlreichen Eindrücke und Erfahrungen der Wanderstrecken bestand dann beim erneuten Zusammentreffen am Evangelischen Gemeindehaus. Hier sorgten die Mitglieder der VSG Burgkunstadt für das leibliche Wohl der Gäste, die dieses Angebot gerne wahrnahmen und der gelungenen Veranstaltung einen gemütlichen und geselligen Ausklang bescherten.

Für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte neben den Mitgliedern der VSG Burgkunstadt auch das Rote Kreuz.