für die Straße "Am Goldberg", 1921 ausgebaut, für die 1930 angelegte Goldbergstraße und für die erst vor wenigen Jahrzehnten erschlossene Goldleite, eine Verlängerung der 1962 angelegten Weinleite. Ob es geschickt war, drei ähnliche Straßennamen in ein und demselben Stadtviertel zu wählen, sei dahingestellt. Die Grundlage für die Benennung ist offensichtlich: Karten des 19. Jahrhunderts bezeichnen die Anhöhe im Süden von Lichtenfels als "Goldberg".

Mit Goldbergbau, wie er am Rand des Fichtelgebirges betrieben wurde, hat dieser Flurname freilich nichts zu tun. Er geht zurück auf den Namen einer Familie, der Grundstücke auf diesem Berg gehörten: das vornehme Lichtenfelser Bürgergeschlecht vom Gold.

Erstmals 1344 erwähnt

Es erscheint erstmals 1344 mit Otto vom Gold in einer Urkunde. 1363 verkaufte er der Adelsfamilie von Kunstadt reichen Grundbesitz bei Michelau, damit sie ihn dem Kloster Langheim schenken konnte. Er war Kirchenpfleger der Lichtenfelser Pfarrkirche, verwaltete also das Stiftungsvermögen. Eyring vom Gold war im späten 14. Jahrhundert Mönch im Kloster Langheim, und Apel vom Gold erscheint 1403 als Benediktinerpater in der Abtei Saalfeld. Ein Zweig der Familie zog nach Coburg, wo Heinz vom Gold 1392 im Stadtrat saß; zeitweilig amtierte er als Bürgermeister. In Lichtenfels verkaufte 1411 Hans vom Gold den Zehnten von Schönsreuth - also das Recht auf einen Anteil an den Feldfrüchten - an das Kloster Langheim. Die enge Verbindung zur Abtei im Leuchsengrund wird auch daran sichtbar, dass Kunz vom Gold sich bei der Stadtpfarrkirche, auf langheimischem Grundbesitz, 1415 ein Haus erbauen dürfte.

Horbhof gehörte gehört vom Gold

Der Horbhof gehörte, bevor ihn das Lichtenfelser Spital erwarb, der Familie vom Gold. Ferner hatte sie Besitzungen in Schney und auf dem Burgberg. Die einzelnen Daten über die Lichtenfelser Gold machen deutlich, dass es sich um ein wohlhabendes Geschlecht gehandelt haben muss, das vielleicht sogar adlige Wurzeln hatte.

Als Wohltäter kirchlicher Einrichtungen kommen die Gold öfters vor. So waren sie unter den Spendern, die 1483 bis 1487 den Bau des Chors der Pfarrkirche ermöglichten. Um diese Zeit erlosch das Geschlecht in Lichtenfels im Mannesstamm. Nachkommen in weiblicher Linie waren die betuchten Familien Sturm und Schad. Auch wenn die Herren vom Gold also schon seit weit mehr als einem halben Jahrtausend Geschichte sind, sicherte der Flurname "Goldberg" doch die Erinnerung an sie. Vermutlich hatte ihnen ein Großteil der Grundstücke in diesem Gebiet gehört.

Lange Zeit unbebaut

Die Anhöhe war lange Zeit unbebaut. An ihrem Nordhang wurde 1803 der neue Lichtenfelser Friedhof angelegt. Über den Goldberg führte, wohl Jahrhunderte lang, der Weg von der Stadt nach Langheim, bis - wohl kaum vor 1800 - die Langheimer Straße angelegt wurde. Wohnhäuser am Goldberg entstanden erst nach dem Ersten Weltkrieg, nachdem der Bauunternehmer Hans Diroll das Sandviertel am Westhang des Goldbergs erschlossen hatte. Prägnantestes Gebäude des Goldberg-Areals ist gewiss die Berufsschule an der Goldbergstraße. Sie wurde 1957-1959 nach Plänen des Nürnberger Architekten Gerhard Scherzer errichtet. Bis dahin provisorisch untergebracht, verfügte sie im Neubau über 55 Räume und insgesamt 2200 Quadratmeter überbaute Fläche.