Am Montag, 18. Februar, jährt sich zum 380. Mal eines der furchtbarsten Ereignisse, die Kloster Banz jemals heimsuchten. Nach Abzug der kaiserlichen Truppen unter Tilly aus Franken besetzten die Schweden Bamberg und die benachbarten Ämter. Sie nahmen der Reihe nach auch Lichtenfels, Staffelstein, Weismain und Banz ein.
Abt Kaspar Förkel, ein ehemaliger Novize und Studierender von Münsterschwarzach, ließ nach Einnahme des größten Teils des Bamberger Fürstbistums alle Wertsachen nach Forchheim bringen. Er selbst wollte nach Kronach fliehen, wurde aber von den Lichtenfelsern verraten, auf der Mainbrücke von den Schweden gefangen, beraubt und zur Haft nach Königshofen im Grabfeld gebracht.
Die geflohenen Banzer Konventualen sammelten sich in Staffelstein und zahlten den Schweden für den Abt 4500 Gulden Lösegeld. Diese gaben ihn nicht frei und verlangten weitere 2000 Taler Lösegeld. Diese Summe konnte nicht mehr aufgebracht werden. Abt Förkel starb am 12. November 1635 in der Gefangenschaft.
Von Königshofen aus schickten die Schweden eine größere Mannschaft nach Banz. Zu ihr gesellten sich die raublustigen Ritter Veit Ulrich von Könitz, Achatz von Schaumberg und Johann Ludwig von Seckendorf. Der abgefallene Küchenmeister Balthasar Weller von Banz spielte durch Verrat Banz den Schweden in die Hände. 50 schwedischen Reiter konnten mühelos niederstechen und plündern. Die Ritter raubten auswärts in Friesendorf, Gleusdorf und Buch. Die zwölf Glocken wurden zerschlagen und verkauft. Die unersetzlichen Lehens- und Zinsbücher samt der kostbaren Bibliothek verkauften die Plünderer in Coburg.
Leider verriet ein Einwohner von Stetten den Schweden einen verborgenen Klosterschatz von 12 000 Gulden. So blieb den Mönchen buchstäblich nichts mehr übrig. Das Kloster blieb vom Unglück verfolgt: Die restlichen Konventualen wählten am 19.Januar 1636 den Abt Georg Heusler als Ordensoberen. Dieser verstarb, ohne im Amt bestätigt zu sein, am 14. April 1637. Bei seinem Tode war das Kloster so arm, dass die Paramente zur Beerdigung von Lichtenfels entliehen werden mussten. Im völlig ausgeplünderten Banz waren nicht einmal die Gräber verschont geblieben, sondern nach versteckten Schätzen durchwühlt worden.


Hans Zapf