Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Projekte und Maßnahmen bedürfen einer gewissen Zeit. Umso zufriedener zeigten sich die Beteiligten nun von der gelungenen Fertigstellung der einfachen Dorferneuerung in Kleukheim. Hierbei standen die ehemalige Dreschhalle, eine Querungshilfe und der Neubau eines Gehwegs an.

Der Ebensfelder Bürgermeister Bernhard Storath, Thomas Kleylein vom beauftragten Planungsbüro HTS Kronach, Wolfgang Kießling, leitender Baudirektor des Amtes für Ländliche Entwicklung, und Hubert Reuß vom Bauamt des Marktes Ebensfeld zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden.

Der Schandfleck am Ortsausgang

Um die heute erfreuliche Situation besser einordnen zu können, lohnt ein Blick in die Vergangenheit: Bauchschmerzen bereiteten Ortsbevölkerung und Gemeindeverwaltung damals der Gebäudekomplex am Ortsausgang Richtung Scheßlitz mit der ehemaligen Dreschhalle sowie dem baulich direkt verbundenen alten Feuerwehrhaus. Nicht wenige nahmen sogar den Ausdruck "Schandfleck" in den Mund.

Das konnte kein Dauerzustand bleiben – da war sich auch der Ebensfelder Gemeinderat einig. Als 2015 das lange im Privatbesitz befindliche Areal zum Verkauf stand, war die Zeit endlich reif für eine Veränderung. Die Kommune erwarb das Grundstück - somit war der Weg offen für eine einfache Dorferneuerung. Für diese sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich aus. Ein Zuschuss des Amtes für Ländliche Entwicklung in Höhe von 143 000 Euro – 65 Prozent der Gesamtkosten – gab zusätzlichen Rückenwind.

Nach dem Abriss des alten Feuerwehrhauses gab es an dem angrenzenden Gebäude einiges zu tun, um die Halle künftig als Stauraum für örtliche Vereine nutzbar zu machen. Dazu gehörten die Teilentkernung des Gebäudes, die Sanierung des Daches sowie der Einbau neuer Fenster und Tore. Drei ansehnliche Tore bilden nun von der Kleukheimer Hauptstraße aus gesehen das "Gesicht" der Halle, der größere Raum bietet sogar die Möglichkeit der Durchfahrt.

Für die Nutzung ist das Gebäude nun fast fertig: Die Außengestaltung ist komplett abgeschlossen, innen fehlt noch eine zusätzliche Bodenschicht um die Befahrbarkeit mit Fahrzeugen zu ermöglichen. Dort, wo einst das alte Feuerwehrhaus stand, sind nun vier Parkplätze.

"Wir können glücklich sein, dass es nun so gelungen geklappt hat mit der Umsetzung", sagte Bürgermeister Storath. Der Rathauschef dankte Planern, dem Amt für Ländliche Entwicklung, den beteiligten Firmen und den engagierten ortsansässigen Gemeinderäten, die sich tatkräftig einbrachten. Auch lobte er die gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und den übrigen Behörden.

Kleukheimer als große Hilfe

Alle Vertreter beim Pressegespräch hoben zudem das außerordentliche Engagement der Dorfbewohner hervor. Bei der Entkernung der alten Dreschhalle, bei den Durchbrüchen innerhalb derselben sowie bezüglich der Maurerarbeiten investierten einige Bürger ehrenamtlich eine Menge Zeit, um ihr Dorf noch ein bisschen schöner zu machen.

"Das Gelände am Ortsrand ist gar nicht mehr wiederzuerkennen. Wenn man von Scheßlitz kommend nach Kleukheim fährt, ist das Gebäude heute ein echter Blickfang", war auch Wolfgang Kießling voll des Lobes. Die einfache Dorferneuerung sei eine gute Möglichkeit, ohne großen Verwaltungsaufwand positive Veränderungen zu schaffen, und dies habe der Markt Ebensfeld hervorragend umgesetzt, fügte er hinzu. Das gute Miteinander in Planung und Umsetzung unterstrich in seinen Worten auch Thomas Kleylein vom Planungsbüro HTS Kronach. Die einfache Dorferneuerungsmaßnahme in Kleukheim umfasste aber noch zwei weitere Baustellen, über deren Fertigstellung man sich beim Pressetermin ebenfalls freute: Zum einen wurde – ebenfalls mit staatlichem Zuschuss in Höhe von 65 Prozent – an der Kleukheimer Hauptstraße von der Abzweigung Brunnenweg bis Ortsende Richtung Scheßlitz ein Gehweg neu angelegt. Das hatten sich die Dorfbewohner gewünscht. Zudem entstand am Ortsende eine Querungshilfe.

180 000 Euro bereits ausgezahlt

Nach erfolgreicher Prüfung der Anträge seitens der Kommune wurde mittlerweile eine Summe von rund 180 000 Euro und damit der überwiegende Teil der staatlichen Fördergelder für die Erneuerung an den Markt Ebensfeld ausgezahlt.

Wenngleich dies nicht mehr dem Maßnahmeninhalt der einfachen Dorferneuerung in Kleukheim zuzurechnen ist, ging Bürgermeister Storath beim Treffen auch auf den begonnenen Bau des beschlossenen Geh- und Radweges vom Ortsende Kleukheims ein. Bis zur Abzweigung Oberoberndorf, wo das Gemeindegebiet endet, soll auf einer Länge von gut zwei Kilometern ein solcher entstehen. Nach entsprechendem Beschluss im Gemeinderat im vorigen Jahr wurde der erste 420 Meter lange Bauabschnitt des Radwegprojekts bereits umgesetzt.

Die Realisierung des zweiten Bauabschnitts entlang der Staatsstraße 2187 soll aller Voraussicht nach im kommenden Jahr realisiert werden, wie der Bürgermeister bereits bei der Bürgerversammlung im September verlauten ließ.

Man plane, so Storath nun, das Projekt weiterzuverfolgen, sobald es der Haushalt der Kommune zulasse. Im übrigen stehe man in engem und gutem Kontakt zur Nachbarkommune Scheßlitz mit dem gemeinsamen Ziel, einen durchgängigen Radwegeschluss zu realisieren.

Dorferneuerung in den 90ern

Nach der Dorferneuerung in Kleukheim Mitte der 1990er, als der Schulplatz und der innerörtliche Fußweg entlang des Kellbachs neu gestaltet wurde, bedeutet auch die jüngste Dorferneuerung eine gelungene Aufwertung des Ortsteiles der Marktgemeinde – darin waren sich die Vertreter einig.