Die Kuh fühlt sich sichtlich wohl. Sie liegt da im Schatten - ganz entspannt - und döst vor sich hin. "Wir haben hier einen Liegebereich für unsere Tiere, dahin ziehen sie sich gerne zurück", sagt Landwirt Hans-Georg Warmuth. Fast wie im Hotel. "Und das sogar mit Vollpension."
Denn Futter bekommen die Kälber, Kühe und Pferde auf dem Hof der Warmuths natürlich auch. Dazu muss aber erst einmal das Heu geerntet werden. Das geschieht immer Mitte Juni - zumindest dann, wenn das Wetter mitspielt. "Wir sind sehr vom Wetter abhängig", sagt Kreisbäuerin Marion Warmuth, "wenn es im Frühjahr nicht regnet, dann wächst das Gras schlecht. Wenn es im Sommer nicht sonnig ist, dann trocknet das Heu nicht. Und wenn es im Sommer gar ständig regnet, dann wird das Heu feucht und schimmelt." Es muss also einiges passen.
Drei sonnige Tage am Stück braucht der Landwirt, wenn er sein Heu ernten will. Erst wird das Gras gemäht, dann auf der Wiese ausgebreitet - damit es schneller trocknet. Für die nächsten zwei Tage bleibt es dort liegen. Ein- bis zweimal täglich kommt der Bauer und wendet das Heu.
"Der Zeitpunkt der Ernte ist sehr wichtig, denn je nach dem ändern sich die Inhaltsstoffe des Heus", erklärt Warmuth. Während junges Gras sehr eiweißhaltig ist, enthält älteres Gras mehr Ballaststoffe und ist somit leichter verdaulich.
Manchmal gibt aber auch der Naturschutz den Erntezeitpunkt vor. Es gibt beispielsweise Wiesenbrüter wie den Kibitz, die auf die Wiese im wahrsten Sinne des Wortes angewiesen sind. "Da nehmen wir natürlich Rücksicht. Solche Wiesen werden erst später gemäht", sagt Warmuth.
In diesem Zusammenhang weist die Kreisbäuerin auch darauf hin, dass Wiesen keine Freiflächen sind, auf denen sich jeder mit seinem Hund austoben dürfe. "Felder und Wiesen sind Privatbesitz - das ist vielen gar nicht bewusst", sagt Marion Warmuth. Oft bleibt Hundekot auf den Feldern zurück und gelangt dadurch in das Futter der Tiere. "Das ist schädlich und kann zu Krankheiten führen." Da der Hund ein Fleischfresser ist, scheidet er bestimmte Parasiten mit aus, mit denen die Abwehrkräfte von Pflanzenfressern nicht zurecht kommen. Auch mit Unrat haben die Landwirte häufig Probleme. "Die Leute gehen auf den Feldwegen und werfen ihren Müll einfach auf die Wiese. Das geht doch nicht", sagt Warmuth.