Zu Herzen gehende Feuerzeug-Schwenk-Atmosphäre, brüllend komische Ironie und mitreißender Rock - die fünf Stimmkünstler der Band Viva Voce bescherten den Zuhörern in der vollbesetzten Adam-Riese-Halle mit ihrem Programm "Commando a capella" ein unvergessliches Konzerterlebnis.

Jörg Schwartzmanns, Bastian Hupfer, David Lugert, Mateusz Phouthavong und Heiko Benjes betreten die Bühne. Viva Voce, so heißt die vor gut zehn Jahren gegründete Gruppe - und das Quintett wird mit frenetischem Applaus empfangen, ohne auch nur einen Ton gesungen zu haben.

Warum die fünf jungen Männer, deren Tour durch ganz Deutschland führt, beim Publikum so gut ankommen, wird schon nach wenigen Minuten deutlich: Jörg, Bastian, David, Mateusz und Heiko überzeugen an diesem Abend nicht nur durch ihr gesangliches Können, sondern ergänzend durch ihre freilich vorbereitete, aber erfrischend spontan wirkende und mit interaktivem Austausch mit dem Publikum gewürzte Performance.

Gestik, Mimik und Choreographie


Unterhaltsam untermalt, mit Körpersprache, Mimik und einstudierten Tanzchoreografien, ließen die Vokalisten an diesem Abend den oft mühseligen Alltag mit witzigen Liedern vergessen. So wurden Internetforen wie Facebook aufs Korn genommen, ebenso herrlich ironisch "der perfekte Schwiegersohn" musikalisch beschrieben und angesichts der anscheinend zunehmenden Oberflächlichkeit der Gesellschaft der Appell ausgegeben "Schütte Sand ins Getriebe der Verblödungsmaschine".

Instrumente braucht Viva Voce nicht mitschleppen, dafür haben die Jungs ihre Stimmen. "Fantastisch", raunt ein Mann seinem Sitznachbarn im Publikum zu, als die fünf plötzlich allein durch ihre Stimmbänder und Füße mithilfe des Mikrofons täuschend echt Schlagzeug, Bass und Pauke imitieren.

Alle fünf Bandmitglieder schlüpften während des Abends abwechselnd in die Rolle des Leadsängers. Diese erfrischende, nach außen verkörperte Flexibilität der Band ist wohl ein Grund für die aufstrebende Entwicklung von Viva Voce. So mimte etwa Bastian Hupfer gesanglich und gestenreich einen genervten Ehemann, der am Samstagmorgen unsanft von seiner Gattin, der "Früh-Radau-Frau", geweckt und zu allerlei Hausarbeiten verdonnert wird.

Beeindruckende Bandbreite


Das Publikum war beeindruckt von der Liedthematik und von der Bandbreite des Quintetts, die als Rapper, Blues-Gruppe oder verträumte, singende Philosophen eine gleichermaßen gute Figur abgaben. Neben witzigen und ironischen Einlagen wurde auch melancholische oder romantische Stimmung erzeugt, als die vielseitigen Stimmkünstler die Herzen der Zuhörer streichelnd ins Mikro hauchten: "Wenn's dir wieder mal zu viel wird und dir geht's nicht gut, dann finde deinen Leuchtturm und schöpfe neuen Mut."

Die ausgereifte Bühnentechnik mit jeweils wechselndem, zum Lied passendem Bildhintergrund und tollen Lichteffekten trug ihren nicht unwesentlichen Teil zu der tollen Atmosphäre bei, die die fünf mit ihrem gut zweistündigen Konzert in der Adam-Riese-Halle entstehen ließen. Das begeisterte Publikum dankte den fünf Gesangskünstlern von Viva Voce am Ende dieses musikalischen Erlebnisses der ganz besonderen Art mit lang anhaltendem Applaus.