Die seit langem geforderte Ortsumgehung um Mainroth wird nun endlich geplant. Täglich fahren durch den kleinen Ort viele Lastwagen und Autos. "Du kannst am Tag nicht einmal über die Hauptstraße laufen, weil ständig Verkehr kommt", mahnen die Anwohner schon lange an. Jetzt steht der vorläufige Bauplan fest. Der Bayerische Bauernverband hat hierzu über Fragen der Grundinanspruchnahme und Entschädigung betroffener Eigentümer und Bewirtschafter aufgeklärt.

Torsten Gunselmann, Schätzer beim Bayerischen Bauernverband, stellte die Planungen der Ortsumgehung den Leuten vor. Alexander Hahn referierte über rechtliche Möglichkeiten. Direktor Böhmer klärte über Entschädigungsfragen auf.

Einwendungen noch möglich

Die Auslegungsfrist läuft seit dem 1. Oktober bis zum 2. November. In dieser Zeit können - nach Anmeldung - in der Stadt Burgkunstadt oder im Internet bei der Regierung von Oberfranken die Unterlagen eingesehen werden. Anschließend haben die Bürger die Möglichkeit, bis spätestens am Montag, 2. Dezember, Einwendungen zu erheben.

"Die Landwirte sind grundsätzlich für eine Ortsumgehung um Mainroth", erklärte BBV-Ortsobmann Günter Knorr, "doch besteht bei der jetzigen Planung noch wesentlicher Optimierungsbedarf!"

Die Planungen zur Unter- und Überführung der geplanten neuen B 289 werden grundsätzlich von den Landwirten abgelehnt. Die geplante Unterführung, die von Mainroth aus durch die B 289 über die Bahnstrecke führt, ist aus ihrer Sicht eine Fehlplanung.

Der ganze landwirtschaftliche Verkehr würde durch Mainroth über die Hollache zur Bahn und durch die Unterführung der B 289 zu den Feldern zusammengeführt werden. Eine moderne Landwirtschaft kann über diese Zufahrt aufgrund der steigenden Größe der landwirtschaftlichen Maschinen und der engen Dorfstraßen nur mit erheblichen Problemen kommen.

Anstatt einer Unterführung fordern die Landwirte, dass bei der Sandgasse eine Überführung über die Bahn und die neu geplante B 289 gebaut wird. Dadurch könnte der landwirtschaftliche Verkehr aus Mainroth herausgenommen werden, ohne die Ortsbewohner zu belästigen.

Kritik an Höhe des Dammes

Durch diese Planänderung könnte auch der zweiten Forderung Rechnung getragen werden. Denn die Landwirte sind der Meinung, dass die derzeit geplante Straße zu hoch aufgeschüttet wird. Laut Planung ist derzeit ein Damm mit sechs Metern Höhe geplant. Dieser Damm ist den Betroffenen zu hoch, da die gesamte Sicht in Richtung Maintal für die Landwirte und Bürger versperrt werde. "Wir fordern deshalb eine Reduzierung des Straßendammes um mindestens drei Meter", sagte der Ortsobmann.

Positiver Nebeneffekt wäre, dass dies Kosten einsparen und die exponierte Lage der Straße verbessert würde.

Des Weiteren wird gefordert, dass die Retentions- und Kompensationsflächen verkleinert werden. Es stelle sich die Frage, ob ein weiterer Hochwasserschutz überhaupt nötig ist, da durch den Kies- und Sandabbau auch weiterhin ganz automatisch Rückhalteflächen im Trassenbereich entstünden.

Außerdem sollen alle öffentlichen Feldwege, die im Zuge der Ortsumgehung entstehen, breit genug für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge sein. "Ein dauerhafter Belag, zum Beispiel aus Teer wäre wünschenswert", merkte ein Landwirt zum Schluss noch an.

Abschließend wies Geschäftsführer Hans Rebelein noch darauf hin, dass der Bauernverband die rechtliche Vertretung der Grundstückseigentümer und die Unterstützung bei Stellungnahmen übernehmen könne, wenn es gewünscht wird.red