Diebstähle auf großen haben Konjunktur. Und wirklich effektive Gegenmaßnahmen gab es bisher nicht. Wolfgang Schubert-Raab, Geschäftsführer der Baufirma Raab, erklärt: "Organisierte Profibanden wissen genau, was sie brauchen. Da hilft auch Verriegeln und Verrammeln nichts." Jedes Jahr entsteht der Firma aus Ebensfeld so ein Schaden im mindestens sechsstelligen Bereich. Erst vor wenigen Monaten wurde auf einer Baustelle in Bamberg eine Spezialschalung im Wert von 40.000 Euro entwendet. Noch teurer wird es für die Baufirmen, wenn die Arbeiten aufgrund der fehlenden Materialien für längere Zeit ruhen müssen.

Da herkömmliche Schutzmaßnahmen im Keim ersticken, geht die Firma Raab seit Januar dieses Jahres neue Wege. Mit einer künstlichen DNA werden Elektrogeräte und andere Baumaschinen gekennzeichnet und so gegen Diebstähle geschützt.

Präventive Maßnahme

Mit einem Stäbchen oder Pinsel wird die lackartige Flüssigkeit auf die Maschinen aufgetragen. "In der Flüssigkeit befinden sich mikroskopisch kleine Plättchen, auf denen eine Registrierungsnummer steht", sagt Schubert-Raab. Durch diese individuelle Nummer sind die firmeneigenen Geräte identifizierbar. Um die künstliche DNA aber überhaupt zu erkennen, müssen die Maschinen noch mit UV-Licht bestrahlt werden. Durch auffällig angebrachte Aufkleber, die auf die DNA hinweisen, werden die Kriminellen gleich auf den ersten Blick abgeschreckt. Schubert-Raab: "Das Ganze ist eine präventive Maßnahme, das System an sich vermeidet keinen Diebstahl." Werden die gestohlenen Maschinen jedoch im Handel von der Polizei entdeckt, ist die Rückführung aufgrund der DNA-Spuren und der Registrierungsnummer denkbar einfach. Verbrecher können so zügig dingfest gemacht werden.

Aufklärungsrate gering

Bisher gehe die Aufklärungsrate bei Diebstählen auf Baustellen nahezu gegen Null. Obwohl die Baugeräte aufgrund der hohen Prämien nicht versichert sind, zeigt Schubert-Raab trotzdem weiterhin jeden Diebstahl an. "Wenn die Polizei von nichts weiß, kann sie auch nicht reagieren", sagt er. Seit mittlerweile zwei Monaten werden die Baumaschinen im Rahmen von Inventurmaßnahmen mit der Flüssigkeit codiert. In Kürze wird die Kennzeichnung von rund 1000 Geräten abgeschlossen sein.

Vollkommen neu ist das System nicht. Die Deutsche Bahn und die Telekom schützen sich gegen Kabelklau bereits seit einigen Jahren durch das Auftragen von künstlicher DNA. Bisher hat sich die Maßnahme aber noch nicht generell durchgesetzt. "Im Norden und in den östlichen Bundesländern nahe Polen ist das System bereits weiter verbreitet", sagt Schubert-Raab. In Süddeutschland gehört die Firma Raab dagegen zu den Vorreitern. "Ich musste der Polizei hier erklären, dass so ein System überhaupt existiert", sagt er. In Zukunft hoffe Schubert-Raab auf eine größere Beteiligung von anderen Unternehmen. Denn nur, wenn sich viele Betriebe beteiligen, können Kriminelle auf lange Sicht abgeschreckt werden.