Viele von uns sehnen sich nach diesem Jahr noch mehr als sonst nach einem friedlichen Weihnachtsfest mit einem festlich geschmückten Christbaum. Doch was für ein Baum wird es dieses Mal?

Eine Tanne oder Fichte? Aus einer Gärtnerei, einem Großhandel oder vielleicht doch selbst geschlagen? Um sich in der riesigen Auswahl besser zurechtzufinden, haben wir Ihnen vier Tipps für den perfekten und umweltschonenden Weihnachtsbaum zusammengestellt.

Den Weihnachtsbaum selbst schlagen

"Einfach in den Wald gehen und einen Baum holen, das geht natürlich nicht", stellt Albert Schrenker klar. Er ist Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten für den Raum Coburg und Lichtenfels. Privatpersonen müssen sich an den zuständigen Förster wenden und im Einzelfall klären, ob und wann das Schlagen eines Baumes möglich ist.

Allerdings sei das Forstpersonal in diesem Jahr aufgrund eines großflächigen Pflanzprogramms stark eingebunden und habe nur wenig freie Kapazitäten, um Einzelwünschen nachzugehen, stellt Forstbetriebsleiter Schrenker klar. Einfacher ist es daher, sich an Eigentümer von Christbaumplantagen zu wenden, die Privatpersonen oft die Möglichkeit bieten, einen Baum selbst zu schlagen. Auch Rainer Grießer, Inhaber der Gärtnerei Grießer in Mistelfeld, bietet seinen Kunden auf seiner Schonung einen solchen Service an. "Dieses Jahr mache ich das wahrscheinlich an einem Samstag vor Weihnachten", kündigt Grießer an.

Tanne im Topf als Außendeko geeignet

Eine Alternative zum herkömmlichen Baum sind Weihnachtsbäume im Topf. Die Chancen, dass diese eine Weihnachtssaison im Wohnzimmer überstehen, sind allerdings gering. "Ich würde sagen, dass höchstens fünf bis zehn Prozent durchkommen. Dafür muss man sie aber auch in einem kühlen Wohnzimmer aufstellen", merkt Gärtner Rainer Grießer an.

Da die Tannen ausgestochen und in einen Topf gepresst werden, verfügen sie über sehr wenige Saugwurzeln. Deshalb haben sie kaum Überlebenschancen im Innenraum und sind eher für die Außendekoration geeignet. Wegen der fehlenden Saugwurzeln verspricht auch das Einpflanzen im Garten wenig Erfolg.

Generell sollte man sich für die Pflanzung einer Tanne im eigenen Garten eine schattige, feuchte Ecke aussuchen. Blaufichten dagegen brauchen mehr Sonne, um ihre bläuliche Färbung entwickeln zu können.

Auf Herkunft achten

Wer einen Weihnachtsbaum aus der Region kauft, der kann sich gleich zweier Vorteile sicher sein. Nummer eins: Durch die kurzen Transportwege ist ein regionaler Christbaum nahezu -neutral. Das bestätigt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Im Landkreis Lichtenfels bieten viele Weihnachtsbaumhändler Tannen und Fichten aus Franken an, die meist auch im Handel als solche ausgewiesen sind. Vorteil Nummer zwei: Viele der Betreiber regionaler Christbaumkulturen setzen auf umweltschonenden Anbau. "Die Nordmanntannen und Blaufichten aus unseren eigenen Kulturen sind ungespritzt und seit zwei Jahren nicht gedüngt", bestätigt Gärtnerei-Inhaber Rainer Grießer. Die Trockenheit der letzten Jahre habe das Düngen über den Boden erschwert. "Auf den großen Plantagen werden deshalb die Bäume mit Flüssigdünger besprüht, der über die Nadeln aufgenommen wird", erklärt Grießer. Die Folge: Unbehandelte Christbäume sind etwas heller als gespritzte, dafür aber meistens preisgünstiger. Eine Orientierungshilfe für Verbraucher bieten Qualitätssiegel, wie Bioland, Naturland, FSC und PEF. Auch das GQ-Bayern-Siegel garantiert, dass die Christbäume aus Bayern stammen, und dass bei deren Herstellung auf chemisch-synthetische Fungizide und Insektizide in den letzten drei Jahren vor dem Schnitt verzichtet wurde.

Auf Ökobilanz achten

Von einem Christbaum aus Plastik rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ab. Dieser habe eine schlechte Ökobilanz, was vor allem an dem hohen Energieeinsatz während der Produktion, des Transportes - vier von fünf Plastikbäumen kommen aus Asien - und der anschließenden Entsorgung als Plastikmüll liegt.

Auf die Ökobilanz nicht nur, aber auch beim Weihnachtsbaum zu achten, ist gerade deshalb wichtig, weil Nadelbäume immer mehr aus unserer Region verschwinden. "Nadelbäume kommen in aller Regel aus Regionen mit kühlerem Klima", erklärt Christoph Hübner, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg.

"Wärme mögen weder Fichte noch Kiefer. Die Kiefer kann gut mit Trockenheit umgehen, aber nur, wenn die Temperaturen nicht, wie in den letzten Jahren, zu hoch sind", warnt Christoph Hübner.

Mit einer umsichtigen Kaufentscheidung können Sie somit einen Beitrag dazu leisten, dass auch in Zukunft ein Christbaum aus unserer Region Ihr Wohnzimmer schmücken kann.