Der Stublanger Ortskern unterzieht sich einer Schönheitsbehandlung: Bei einer Bürgerversammlung wurde am vergangenen Mittwochabend über die nächsten Maßnahmen der Dorferneuerung diskutiert. Diese hatte bereits im Jahr 1998 im Rahmen der Flurbereinigung begonnen.

2013 konnten die Bauarbeiten, zu denen beispielsweise die Sanierung des Gemeindehauses oder die Errichtung des neuen Spielplatzes zählen, vorerst abgeschlossen werden. "Jetzt wollen wir uns für ein bayernweites Förderungsprogramm vom Amt für ländliche Entwicklung bewerben", erklärte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) zu Beginn der Versammlung. "Damit können auch die Entwürfe realisiert werden, die eigentlich schon 1998 auf dem Plan standen, aber damals nur teilweise umgesetzt wurden." Um am Programm teilzunehmen, müssen die angestrebten baulichen Veränderungen mit Punkten bewertet werden.
Die Ortschaften mit dem höchsten Punktestand kommen dann in den Genuss eines festen Förderungssatzes von 60 Prozent, allerdings ohne Übernahme der Planungskosten.


Bachlauf im Mittelpunkt

Bei einem normalen Umbauverfahren kann derzeit nur eine Förderung von 25 Prozent in Anspruch genommen werden. "Maximal werden 55 Punkte vergeben. Wir stehen momentan bei 30 und haben damit wohl gute Chancen, am Programm teilzunehmen", erläuterte Jürgen Kohmann den aktuellen Planungsstand. Im Mittelpunkt des Umbaus steht der etwa 600 Meter lange Bachlauf, der anhand der Schädigungsgrade der Bachmauern in neun Teilbereiche eingeteilt wurde. "Schwere Schäden bedeuten Neubau, bei mittleren Schäden müssen wir nur die Mauerkronen ersetzen und bei leichten Schäden eine Oberflächenbehandlung durchführen um die Mauern optisch aufzubessern", fasste Stadtbaumeister Andreas Ender zusammen. Geplant sei außerdem, in allen Bereichen einheitliche Geländer anzubringen und auf Höhe des Dorfplatzes aus Sicherheitsgründen einen kleinen Gehweg einzubauen. "Damit können wir wenigstens einen schmalen Bereich schaffen, auf dem die Leute hintereinander laufen können", meinte Andreas Ender dazu.


Drei Platzgestaltungen

Auch alle Übergänge und Überfahrten wurden in den Bauentwurf aufgenommen. Neben den Arbeiten am Bachlauf sind drei Platzgestaltungen geplant: Die freie Fläche neben der Kirche soll für Autostellplätze und eine Sitzgelegenheit genutzt werden, am Dorfplatz soll neben dem Dorfbrunnen ein Kneippbecken entstehen und Störsteine in den Bach eingelassen werden, um einen kleinen Wasserspielplatz zu kreieren. Der Platz am Wehr wird mit einer Sitzgruppe und einer Infotafel zum Thema Wasserräder und Mühlen aufgewertet. Für alle drei Bereiche ist die Verwendung von Natursteinpflaster geplant.

Die Gesamtkosten sind auf etwa zwei Millionen Euro angesetzt. Das Förderungsprogramm läuft noch bis 2019, die Bewerbungsfrist zu ersten Runde bis zum 31. Mai 2016. Am 12. April wird der Entwurf dem Stadtrat vorgelegt, bis dahin können Bürger ihre Vorschläge und Wünsche zum Projekt einbringen. "Wenn wir nicht gleich in das Programm aufgenommen werden, können wir bis November weitere Punkte sammeln für eine neue Bewerbung", erklärte Jürgen Kohmann das Vorgehen. "Ziel ist es aber, gleich in der ersten Förderungsrunde dabei zu sein."