Druckfrisch kommt ein neues STE-Kennzeichen aus der Maschine. Seit gut drei Jahren gehört das in den Autoschilder-Geschäften im Landkreis wieder zum Alltag. Wenn es um die beliebteste Kombination geht, muss Ingrid Wagner nicht lange überlegen. "Ganz klar STE-RN", sagt die Mitarbeiterin von Kfz-Schilder Bittermann in Lichtenfels. Ihr persönlicher Eindruck täuscht nicht, auch statistisch liegt diese Kombination mit insgesamt 143 Kennzeichen im Landkreis deutlich an der Spitze. Auch "STE-AK" und "STE-IN" stehen bei den Verkehrsteilnehmern hoch im Kurs.

Doch hat sich die Einführung des Altnummernschilds in den vergangenen drei Jahren überhaupt bewährt? "Das Interesse für die STE-Kennzeichen ist nach wie vor stark, natürlich vor allem in Bad Staffelstein", erklärt Harald Weis, Leiter des Sachgebiets Verkehr und Kfz-Zulassung am Landratsamt.
Die Tage, an denen die Menschen wie vor drei Jahren noch Schlange auf der Zulassungsbehörde für ihre Umkennzeichnung standen, seien aber freilich vorbei.


Über 4400 Fahrzeuge zugelassen

Über 500 Verkehrsteilnehmer haben seit der Einführung ihr Kennzeichen auf "STE" geändert. Heimatliebe, die immerhin mit 40 Euro pro Umkennzeichnung zu Buche schlägt. Bei Neuanmeldungen werden die Staffelsteiner und Ebensfelder auf der Zulassungsbehörde explizit auf die Möglichkeit des STE-Kennzeichens hingewiesen. Und dieses Angebot würden die Menschen aus dem Altlandkreis Staffelstein auch gerne annehmen, so Weis. 4402 Fahrzeuge sind aktuell mit STE-Kennzeichen zugelassen, knapp 4000 entfallen dabei auf Bad Staffelstein und Ebensfeld.

Daneben dürfen aber auch alle Bürger der anderen neun Kommunen des Landkreises das Kennzeichen auswählen. Alleine in der Stadt Lichtenfels machen immerhin 168 Menschen davon Gebrauch. Nicht bei allen handelt es sich dabei um "Exil-Staffelsteiner". "Beim LIF-Kennzeichen gibt es natürlich nicht mehr so viele Kombinationen", sagt Weis. "Da nehmen schon einige die Möglichkeit wahr, ihr Wunschkennzeichen zu holen - unabhängig vom Zugehörigkeitsgefühl."

Bunter ist die Kfz-Schilderlandschaft im Landkreis Lichtenfels ohnehin geworden. Seit Januar 2015 dürfen Fahrzeughalter bei einem Umzug innerhalb Deutschlands das bisherige Kfz-Kennzeichen behalten. Nur die neue Anschrift des Halters muss auf der Behörde in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Stolze Staffelsteiner dürften also auch bei einem Wegzug ihre Heimat weiter auf dem Nummernschild präsentieren.


"Wunsch größer als Ablehnung"

Nach 40 Jahren Abstinenz wird das Staffelsteiner Kennzeichen seit dem 16. Juli 2013 wieder ausgegeben. Dem ging ein Entschluss des Bundesrates voraus, der es den Ländern wieder ermöglichte, Altkennzeichen zu beantragen.

Nach der positiven Entscheidung der bayerischen Staatsregierung hatten es die Landkreise am Ende selbst in der Hand, die alten Nummernschilder wieder einzuführen. "Das Ganze wurde offen diskutiert, am Ende war der Wunsch größer als die Ablehnung", erklärt Weis die Entscheidung des Kreisausschusses damals.

War Harald Weis bei der Einführung des STE-Kennzeichens vor drei Jahren noch etwas skeptisch, ist auch er heute überzeugt. "Mittlerweile finde ich es nicht schlecht und kann nichts Nachteiliges erkennen. Bei den Staffelsteinern trägt es zur Identifikation mit der Stadt bei, allen anderen werden neue Kombinationen ermöglicht, ihr Wunschkennzeichen zu bekommen", lautet sein Fazit.


STE-Kennzeichen in Zahlen


Zulassungen Das STE-Kennzeichen wurde am 16. Juli 2013 wieder eingeführt. Insgesamt sind im Landkreis Lichtenfels 65 436 Fahrzeuge (31. Juli 2016) zugelassen. 4402 Fahrzeuge haben ein STE-Kennzeichen - davon 2941 in Bad Staffelstein und 1040 in Ebensfeld. Es folgen Lichtenfels (168), Michelau (52), Burgkunstadt (51), Weismain (47), Altenkunstadt (46), Redwitz (28), Marktzeuln (12), Marktgraitz (11) und Hochstadt (6).

Beliebt Mit Abstand am populärsten ist das Wunschkennzeichen STE-RN mit 143 Exemplaren. Beliebt sind auch STE-AK (58), STE-IN (43), STE-G (39), STE-FF (29), STE-IL (28), STE-TS (22), STE-FI (20) und STE-IF (14). Landratsamt