Kinder stellen sich oft mit großer Freude neuen Herausforderungen. Und wenn dann wie beim Stand-up-Paddeln als Angebot des Ferienprogramms des Landkreises sich das Ganze in freier Natur abspielt und das Wetter sich noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt - Kinderherz, was willst du mehr?

Fünf Jungen und drei Mädchen nutzten die Gelegenheit, diese immer beliebter werdende Trendsportart auszuprobieren und hatte sichtlich ihre Freude daran. Als die Teilnehmer am Treffpunkt, der Main-Einstiegsstelle bei Hausen, erschienen und von Martin Lüders und Laura Porzel begrüßt wurden, fiel ihr Blick natürlich sofort auf die bereits aus dem Anhänger entladenen Stand-up-Paddleboards. Zwar wies der Mainpegel bei Kemmern laut Hochwassernachrichtendienst Bayern an diesem Morgen einen Wert knapp unter 2,20 Metern aus, weshalb der Main in diesem Fall nicht mehr mit Booten, Kanus oder eben auch Stand-up-Paddles befahren werden soll. Allerdings wurde die Ferienaktion innerhalb des staugeregelten Abschnitts des Obermains - dieser verläuft zwischen Lichtenfels und Hausen - veranstaltet, und dieser ist aufgrund des durch die Stauung automatisch höheren Pegels von dieser Regelung ausgenommen.

Übungseinheit auf dem Trockenen

Schwimmweste war natürlich Pflicht und dann war noch eine kurze Theorieeinheit sinnvoll. Nicht jeder ist schließlich so mit dem nassen Element vertraut wie die zwei Jungs, die - wie auch ihre T-Shirts verrieten - Mitglied der Staffelsteiner Wasserwacht sind. So absolvierten die Jungen und Mädchen zunächst unter Anleitung von Laura Porzel eine kurze "Trockeneinheit", bei der die richtige Technik beim Stand-up-Paddeln demonstriert wurde: gerade hinstellen und seitlich gerade, sprich senkrecht, das Paddel entlang des Paddle-Boards vorbeischieben, dabei die Seite immer wechseln. Porzel sprach wohl aus Erfahrung, als sie zunächst eine Bitte an die Kinder richtete: "Bleibt, wenn möglich, auf dem Wasser zusammen - also die Jungs, wenn's geht, nicht gleich davonpreschen." Dabei ist sie keine Spaßbremse, hat auch selbst viel Freude am Stand-up-Paddeln, doch hat man ja auch ein Verantwortungsgefühl bei Veranstaltungen mit Kindern. Seitens der veranstaltenden Freizeit GmbH ist freilich durch das Betreiben des Badesees und als Anbieter geführter Kanutouren ein gewisses Know-how vorhanden, was die Gewährleistung der Sicherheit in Naturgewässern anbelangt.

Gefährliche Strömungen oder dergleichen gibt es im Übrigen keine im staugeregelten Abschnitt des Obermains. "Gar nicht so leicht", meinte ein Mädchen, das sich am Ufer der Einstiegsstelle zunächst noch aufs Board gesetzt hatte, dann den Mut zusammennahm und schließlich aufrecht stand. Stolz, den ersten wichtigen Schritt geschafft zu haben, grinste sie über beide Backen. "Super, klappt doch", freute sich ein Junge mit ihr und wollte ihr mit dem Paddel zuwinken. Fast hätte er dabei das Gleichgewicht verloren und musste nun auch lachen.

Schon bevor die eigentliche Paddeltour unter der Leitung von Laura Porzel so richtig begonnen hatte, herrschte blendende Laune. Die Stand-up-Paddle-Tour war dann angesichts des tollen Wetters ohnehin ein Erlebnis für sich. Auf dem ruhigen Mainabschnitt ging es über eine Strecke von rund drei Flusskilometern bis zur Ausstiegsstelle Reundorf.

Unfreiwilliges Bad genommen

Übung macht den Meister - auch wenn der eine oder andere Teilnehmer einmal ein unfreiwilliges Bad nehmen musste, ließ man sich davon nicht unterkriegen, ganz im Gegenteil. Mehr und mehr hatten die Kids den Dreh raus. Hinzu kam als Sahnehäubchen, dass neben dem entspannenden Charakter des Ganzen in freier Natur an einigen Stellen dieses Abschnitts das berühmte Dreigestirn am Obermain grüßt mit Staffelberg, Kloster Banz und Vierzehnheiligen. Nach einer Rast am Grillplatz paddelte die Gruppe dann beschwingt zurück zum Ausgangspunkt, wo die Kinder dann ihren Eltern viel zu erzählen hatten. "Ich hätte am liebsten noch zwei Stunden länger weitergepaddelt", so das vielsagende Resümee eines Mädchens.

"Vielleicht probiere ich das auch einmal aus, das hat mich jetzt selbst neugierig gemacht", meinte eine Mutter interessiert. In der Tat ist man für neue Herausforderungen nie zu alt. Im Grunde werden wir dadurch irgendwie sogar jünger. Einfach wieder zum Kind werden, das hat noch niemandem geschadet.