Durch die energetischen Sanierungsarbeiten werden jedes Jahr etwa 17 Prozent der Heizkosten eingespart. Das Rathaus von Bad Staffelstein verbessert seine Umweltbilanz. Dafür wurde vergangene Woche jede Menge Dämmmaterial per Kran auf den Dachboden des Fachwerkbaus verfrachtet.

Der Plan sieht vor, den vorhandenen Bretterboden des Dachraumes mit Mineralwolldämmplatten auszulegen, die wiederum mit Holzfaserplatten belegt werden. So soll verhindert werden, dass die Wärme aus den beheizten Räumen darunter über den Dachboden entweicht. Gleichzeitig wird durch die Wahl der Materialien der Brandschutz gesichert und eine weitere Begehbarkeit des Dachbodens gewährleistet.

Eine besondere Herausforderung stellt dabei die denkmalgeschützte Bausubstanz dar: "Bei der Maßnahme wird die Substanz des denkmalgeschützten Gebäudes nicht beeinträchtigt, da die Dämmung auf den vorhandenen Boden aufgelegt wird", erklärt Michael Hess, Bauamtsleiter und stellvertretender Geschäftsleiter der Stadt Bad Staffelstein. Nichtsdestotrotz: "Behutsamkeit hat in Anbetracht der historischen Bausubstanz oberste Priorität", betont Hess.

Bereits im Jahr 2013 wurde eine Begehung des Rathauses und weiterer städtischer Liegenschaften durch einen "Energiecoach" durchgeführt, deren Ergebnisse im November desselben Jahres in einer Stadtratssitzung präsentiert wurden. "Die Kernpunkte waren dabei beim Rathaus die Modernisierung der Heizungsanlage, der Austausch der Fenster sowie die Dämmung des Obergeschosses", zählt Bauamtsleiter Michael Hess auf.

Im Jahr 2015 erfolgte dann die Instandsetzung der Heizungsanlage. Der Austausch der Holzfenster, der wohl kostenintensivste Teil der Modernisierungsarbeiten, wird im Rahmen der nächsten Gesamtrenovierung umgesetzt. Dieses Jahr, sieben Jahre nach dem Energiecoaching, erfolgt nun die Dämmung der Decke des Obergeschosses im Rathaus. Dass die Umsetzung der energetischen Sanierungsmaßnahmen so lange dauert, begründet Michael Hess damit, dass es anderweitige Prioritäten hinsichtlich der Umsetzung energetischer Maßnahmen an städtischen Gebäuden gegeben habe. Die Arbeiten auf dem Rathaus-Dachboden, die durch den städtischen Bauhof durchgeführt werden, sollen dieser Tage abgeschlossen sein. Die Kosten für Material und den Lastenaufzug belaufen sich auf etwa 15 000 Euro.

Zwar könnten die Maßgaben der sogenannten Energiesparverordnung im Baudenkmalbereich nie vollumfänglich eingehalten werden, meint Bauamtsleiter Michael Hess, doch seitens des Energieberaters sei allein für die Dämmung der obersten Geschossdecke eine jährliche Heizkosteneinsparung von etwa 17 Prozent prognostiziert worden.

Energie einsparen

Eine energetische Sanierung des Rathauses ist unter anderem vor dem Hintergrund der Energieeinsparverordnung aus dem Jahr 2002 - seit November 2020 ersetzt durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) - notwendig. Diese gesetzlichen Bestimmungen sind ein Instrument der deutschen Energie- und Klimaschutzpolitik. Ziele sind ein möglichst sparsamer Einsatz von Energie in Gebäuden sowie eine zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien für den Gebäudebetrieb. Dabei kommt einem städtischen Gebäude wie dem Rathaus, welches sich "im Eigentum der öffentlichen Hand befindet und von einer Behörde genutzt wird, [...] eine Vorbildfunktion zu". So will es das Gebäudeenergiegesetz. Vor diesem Hintergrund ist die energetische Sanierung des Staffelsteiner Rathauses ein wichtiges Zeichen für mehr Klimaschutz - von der Lokalpolitik an die Bürger.