Es begann mit einer Erbschaft des Erzbischofs Ludwig Schick, mit der der Startschuss anläßlich des 1000. Bistumsjubiläums für das Projekt "Katholische Kindertagesstätten auf dem Weg zum Familienstützpunkt" fiel. Auf eben diesen machte sich im vergangenen Jahr auch die Ebensfelder Tagesstätte und erhielt nun, ganz offiziell, die Auszeichnung der Diözese.
Zur Feierstunde im Rahmen eines Familiennachmittags waren auch Bürgermeister Bernhard Storathund als Vertreter des Kirchenrates Theo Lunkenenbein gekommen.
Der bekannte afrikanische Ausspruch "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen" spiegelt sich im Wandel der Kitas, die heutzutage einen großen Teil der Erziehungs- und Betreuungsarbeit übernehmen, die früher in Großfamilien bewerkstelligt wurde.
Eine Vernetzung der Eltern und Familien, deren Selbsthilfefähigkeit, Entlastungsangebote, konkrete Beratungen und ein gutes Miteinander und Füreinander zwischen den Eltern und mit der Einrichtung stellen aktuell Säulen der modernen Tagesstätte dar.


Tauschbörse eingerichtet

Familienfreundliche Ideen über die vorhandenen Angebote hinaus wurden somit auch in Ebensfeld entwickelt, beispielsweise eine Tauschbörse eingerichtet, mit deren Hilfe gut erhaltene Kinderkleidung oder Spielsachen weitergegeben werden können. Auch ein neuer Spieleschrank wurde befüllt, der nach dem Büchereiprinzip die Möglichkeit bietet, sich Spiele auszuleihen und zuhause zu nutzen.
"Wir haben noch viele weitere Ideen und schauen nun mal, wie die neuen Angebote angenommen werden", sagt Leiterin Ulli Zenk. Es sei jedoch auch keine Selbstverständlichkeit gewesen, die Voraussetzungen, vor allem personell, für den Familienstützpunkt zu schaffen. "Nur durch die gemeinsame Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dem Rückhalt aller Mitarbeiterinnen ist die Weiterentwicklung unserer Tagesstätte möglich." Das Team sei sich sicher, dass es richtig und wichtig ist, welcher Wandel aktuell stattfinde. Schon die Tatsache, dass die katholische Kirche als Träger durch die Kooperation mit dem Caritasverband dieses Projekt ins Leben gerufen hat, zeige, dass eine große Bereitschaft bestehe, moderne Familien auf ihrem Lebensweg ein Stück zu begleiten.


"Absolute Goldschätze"

Auch Katja Schlegel, Vorsitzende des Elternbeirats, freut sich über die Neuerung: "Unser 14-köpfiges Gremium unterstützt die Kindertagsstätte rund ums Jahr bei Veranstaltungen und Festen, der Pflege der Außenanlagen und bei Aktionen in der Kita. Wir sehen uns jedoch vor allem als Bindeglied zwischen Eltern und Erzieherinnen und versuchen gemeinsam gute Lösungen für alle Bedürfnisse zu finden." Auch die Hilfe durch Ehrenamtliche wie Lesepaten oder Spielzeugdoktoren sei unentbehrlich und diese Helfer "absolute Goldschätze", so Ulli Zenk.
Der Familiennachmittag gestaltete sich äußerst kurzweilig, die Kinder genossen die Möglichkei,t mal in Ruhe mit Mama, Papa und Geschwistern alle Räume zu erkunden, gemeinsam zu spielen und stolz zeigen zu können, wie sich der Alltag der Kleinen überlicherweise gestaltet. Im Rahmenprogramm konnte gemalt und gebastelt werden, das große Buffet bot eine Auswahl toller Leckereien und als eine weitere Aktion hatte der Elternbeirat einen Fotograf organisiert und finanziert, der während der Veranstaltung ganz zwanglos für kostenlose Familienfotos zur Verfügung stand.
Zeitgemäße Lösungen für Familien finden, im Austausch bleiben, die Interessen der Eltern aufnehmen und gemeinsam etwas bewirken - da sind sich alle Verantwortlichen einig und sicher: "Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen und freuen uns auf die weitere Entwicklung."

Eckdaten Die Kindertagesstätte St. Michael ist die größte und erste im Landkreis Lichtenfels, die das Prädikat "Familienstützpunkt" der Diözese Bamberg trägt. Um die 140 Kinder werden in vier Kindergarten- und drei Krippegruppen betreut; 20 Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Praktikantinnen gehören zum Team.

Zeiten Die Tagesstätte ist geöffnet von Montag bis Freitag, 7.15 - 16.30 Uhr, eine Randzeitenbetreuung von 6 - 7.15 Uhr wird in Kooperation mit Tagesmüttern über die Marktgemeinde Ebensfeld angeboten.

Der ehemalige Kindergarten zog vor knapp 40 Jahren in den damaligen Neubau am heutigen Standort Prälat-Meixner-Straße. Damals unterlag die Leitung den Ordensschwestern der Oberzeller Franziskanerinnen. Im Januar 2014 wurde der Krippenanbau in Betrieb genommen. Familienstützpunkte bieten Angebote, um Familien in ihrer Erziehungsaufgabe und Lebensbewältigung zu unterstützen und die Erziehungskompetenz der Eltern zu bestärken. Vielfältige Ideen werden konkret umgesetzt, um Probleme von Eltern und Kindern rechtzeitig zu erkennen und frühzeitig Hilfe anbieten zu können. Eine Vernetzung mit örtlichen Beratungsstellen, die Einbindung von Ehrenamtlichen und Eltern in die pädagogische Arbeit zeichnet die moderne Tagesstätte aus. Die Kita St. Michael Ebensfeld ist seit November 2015 "Familienstützpunkt".