Kurioses Team in kurioser Liga - so könnte man dieser Tage zur ersten Mannschaft der SG Michelau/Seubelsdorf in der Schach-Bezirksoberliga bemerken. Im Wechselbad der Ereignisse stehend, traf sie im Heimspiel auf ihren Erzrivalen - den SK Weidhausen. Im Topspiel trennte man sich 4:4.
Damit war das Kuriosum erreicht, dass die erste Mannschaft von der "Zweiten" in der Tabelle überholt wurde. Aber das passt zum Wechselbad, denn waren die SGler im Vorjahr noch Abstiegskandidat, so galten sie diesmal lange Zeit als Aufstiegsaspirant. Die SG ist eben unberechenbar.


Heiterer Beginn

Es begann heiter. Beispielsweise mit Gert Grüners grüßender Frage an den Weidhausener Thomas Carl: "Du lachst noch?" Aber das Lachen sollte auch Grüner vergehen, wenngleich in zunächst besser anmutender Stellung gegen Rüdiger Günther.
Zwar mit Felderschwächen versehen, erwies sich der Weidhausener als zäher Verteidiger eines Mehrbauern. Den opferte er zum rechten Zeitpunkt für ein gewonnenes Bauernendspiel.
Und auch Spitzenspieler Klaus Beier sollte an diesem Tag eine Niederlage erfahren. Mit Ralf-Michael Großhans saß ihm jemand gegenüber, der gleichfalls schon oberfränkischer Einzelmeister war. Beide Spieler verfolgten einen zunächst ruhigen Aufbau, wenngleich auch in jedem Dynamik wohnte. Es war der Weidhausener, der zuerst zum Königsangriff schritt, während Beier als Nachziehender das Zentrum unter Beschuss nahm. Doch die Voraussetzungen für einen tödlichen Angriffen waren wohl schon gegeben. In nur 21 Zügen brach Großhans erfolgreich durch.


Häggberg zu ungeduldig

Bitter, dass nun auch die Erfolgskurve von Markus Häggberg nach unten zeigte. Aus Ungeduld opferte er in einer zu schlecht berechneten Abwicklung Material und musste gegen Jürgen Dehler eine Niederlage quittieren.
Zu diesem Zeitpunkt war auch das Geschehen am Schlussbrett vorüber, bei dem Alfons Schüpferling und Marc Gärtner ihre Stellung binnen kürzester Zeit in einen unausweichlichen Remishafen einfuhren. Doch bei Benjamin Zerr sah es weniger nach Remis aus, allerdings auch nicht nach Sieg. Gegen Weißspieler Herbert Hempfling litt er unter Raumnot. Und es sollte lange so aussehen, dass mangelnde Bewegungsfreiheit sein Sargnagel würde. Doch aufmerksam lavierend gelang ihm weit im Mittelspiel eine Befreiung. Das dann entstandene Damenendspiel blieb allerdings unentschieden.
Für einen Hoffnungsschimmer sorgte der Michelauer Routinier Edgar Schaller. Er hatte keine Scheu davor, mit den Bauern gegen den Königsflügel von Thomas Carl vorzugehen, die eigentlich seinen eigenen König zu beschützen hätten. Nachdem Schaller durch Umgruppierungen und Zentrumsöffnung auch noch einen Bauern erobern hatte, fiel Carls Position in sich zusammen.


Schüpferling und Stammberger siegen

Was dann folgte, geschah in einer Art Gleichklang. Sowohl Andreas Schüpferling als auch Bernd Stammberger eroberten gegen Olaf Knauer bzw. Gert Schillig die Qualität und verwerteten sie siegbringend. MH