Wenn nicht jetzt, wann dann? Im Spiel Vorletzter gegen Letzter plant der TSV Ebensfeld am Sonntag um 15 Uhr den ersten Sieg in der Fußball-Landesliga Nordwest seit dem 2. August. Im Sechs-Punkte-Spiel gegen den FC Blau-Weiß Leinach muss die Mannschaft von Trainer Klaus Gunreben zwar auf den urlaubenden Rainer Dierauf verzichten, dafür hat Dominik Kremer seinen Kurzeinsatz gut überstanden und ist wieder fit.


Viel zu viele Gegentore

Wie schon beim 3:3 in Coburg (6.) lieferte der TSV (17.) am vergangenen Wochenende eine couragierte Leistung ab, spielte mit dem favorisierten FC Viktoria Kahl (14.) lange Zeit auf Augenhöhe, musste sich aber knapp mit 2:3 (1:3) geschlagen geben. Damit ist der Aufsteiger schon seit sieben Spielen sieglos und hat in elf Partien bereits 29 Gegentore hinnehmen müssen.
Zum Vergleich: In der kompletten vergangenen Ssaison kassierten die Ebensfelder nur 32 Gegentore.

Somit ist das Manko des Aufsteigers offensichtlich. Die Defensive ist schlichtweg noch nicht sattelfest genug, um in der Landesliga konstant erfolgreich zu sein. Dabei sind die Probleme in der Abwehr vielschichtig. Zum einen muss der TSV beinahe die komplette bisherige Saison ohne seine Stammbesetzung in der Verteidigung oder dem so wichtigen defensiven Mittelfeld auskommen. Gerade Spieler wie Sebastian Lieb oder Dierauf konnten kaum adäquat ersetzt werden.

Außerdem hatte der Aufsteiger gegen Kahl Pech mit einer Schiedsrichter-Entscheidung. Auch Gunreben weiß um das Defensivproblem seiner Mannschaft und sagt: "Gerade im defensiven Mittelfeld fehlt uns der Zugriff, aber man darf wirklich nicht vergessen, dass uns derzeit beinahe die gesamte defensive Stammbesetzung aus der Aufstiegs-Saison fehlt."


Fünf Tore in zwei Spielen

Bei all den Problemen in der Hintermannschaft gibt es auch Gründe, die den TSV positiv in die sportliche Zukunft blicken lassen. Zuletzt fand das Team zurück zur alten Offensivpower und erzielte in zwei Spielen fünf Treffer, genauso viele wie an den ersten neun Spieltagen zusammen. "Nach der Einwechslung von Rainer Dierauf standen wir gleich sicherer und das hilft dann auch unserem Angriffsspiel", erklärte der Coach.

Zudem setzte mit dem eingewechselten Kremer ein weiterer Rückkehrer gleich wichtige Impulse in der Offensive, über die Gunreben bemerkt: "Ich sehe unsere Offensive allgemein im Aufwärtstrend." Einer dieser Eckpfeiler, Dierauf, wird urlaubsbedingt in den nächsten zwei Spielen aber schon wieder ausfallen. Dabei wäre gerade am Sonntag ein Sieg wichtig, um das Saisonziel Relegationsplatz in Reichweite zu halten.

Am aktuellen Tabellenplatz darf man die Leinacher wohl kaum messen, denn in der vergangenen Spielzeit sicherten sich die Blau-Weißen mit Platz 9 souverän den Klassenerhalt. In dieser Saison hatten sie gerade gegen die Spitzenteams aus Memmelsdorf und Kleinrinderfeld (jeweils 1:2) großes Pech. Sinnbildlich für die bisherige sportliche Talfahrt der Leinacher dürfte Stürmer Daniel Bufe sein. Der 29-jährige Kapitän kommt nach 20 Treffern in der Vorsaison noch nicht in die Gänge, hat erst ein mageres Tor auf dem Konto.


"Leinach hinter uns lassen"

Klaus Gunreben stellt jedenfalls vor dem Spiel klar: "Unser Ziel ist es, nach der Saison zwei Mannschaften hinter uns zu lassen. Leinach könnte eine davon sein und deshalb zählt nur ein Dreier." Deshalb hebt der 65-Jährige mahnend den Zeigefinger und fügt an: "Man darf nicht den Fehler machen, Leinach am Punktestand zu bewerten." berg

TSV Ebensfeld: Brückner, Mantel - Alt, Ammon, Grünert, Vogel, Vogt, Popp, B. Quinger, C. Quinger, Degel, Scheler, Eideloth, Lempa, Kremer, Stölzel, Sebald, Röder.